Montag, 16. April 2012

Sascha Theisen: Marmor, Stein und Eisen

Sascha Theisen hat mit seiner Torwort-Reihe Kultstatus erreicht. Nicht überraschend, dass er nun ein Büchlein herausgibt, in dem er Geschichten über seine Liebe Alemannia Aachen, sein Lieblingsstadion Tivol und seine Lieblingsbeschäftigung mit Sohnemann Carl erzählt. So weit so spannend. Allerdings entpuppen sich die rund 40 Anekdoten dann als ziemlich humorloser und langweiliger "Verzäll". Solche Geschichten kann man beim zehnten Bier zum besten geben, weil die Halbzeit eines Fußballspiels langweilig ist, aber sie dienen nicht dazu einen Leser zu fesseln.
Das mag vielleicht daher kommen, dass der Leser eines solchen Buches, der selber schon zehn oder zwanzig Jahre Stadionbesuche auf dem Buckel, hundert tragische Tore gesehen, dutzende Jahrhundertspele erlebt, im Schnitt jedes Jahr fünf bis acht neue Flaschen im heiligen Trikot ertragen, tausende Stadionwürste verdrückt und unzählige Hektoliter Gerstensaft verschüttet hat, all diese Geschichten kennt. Weil er sie nahezu exakt genau so erlebt hat, sich zumindest aber genau so vorstellen kann und die Pointe bereits nach dem fünften Satz kennt.

So hat Sascha Theisen seinem Tivoli und den Alemannen zwar eine aufrichtige Liebeserklärung im (möglichen) Abstiegsjahr gegeben, aber ein Buch, das dem Leser so nachhaltig in Erinnerung bleiben wird, wie den Aachenern Anouar Hadouir. 

Thema: +
Lesbarkeit: +++
Orginalität: +
Kult: +
Preis: ++
 
Sascha Theisen: Marmor, Stein und Eisen - Geschichten rund um den Aachener Tivoli
Broschiert: 160 Seiten
Verlag Die Werkstatt GmbH; Auflage: 1 (19. März 2012)
Sprache: Deutsch
Preis: 9,90 Euro
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1 Kommentar:

  1. Hi Marcus,

    Danke für die Rezension.
    Schade, dass Dir das Buch nicht so gut gefällt.

    Ich hoffe, das hat nichts mit dem 2:0 am Tivoli zu tun. Da fand ich Hadouir übrigens ganz okay.

    Gruß
    vom Verzäll

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