Mittwoch, 25. April 2012

Zum letzten Mal

Einmal darf der VfL noch die Fans im heimischen Stadion beglücken. Einmal, es sei denn, die Serie von zehn sieglosen Spielen wird noch durch zwei Niederlagen ausgebaut und die Konkurrenz auch Karlsruhe, Aue und Cottbus punktet derweil fleißig. Daran glaube ich zwar nicht, aber diese Saison ist für viele Dinge gut.
In der ersten Halbzeit des erneuten Abstiegsendspiels spielte der VfL desolat wie so oft. 2:12 Torschüsse, 0:5 Torchancen weißt die offizielle Statistik aus. Am Ende waren es 6:16 bzw. 3:6 und bei 2:9 Ecken dann zumindest ein 1:1 mit einer vergebenen Siegchance in der Schlussminute.

Montag, 23. April 2012

Moritz Volz: Unser Mann in London

Nun hat Moritz Volz zwar nicht die atemberaubende Fußballerkarriere hinter sich, aber er ist als junger Spieler zum FC Arsenal gewechselt und hat anschließend (u.a.) beim FC Fulham lange genug gespielt und in London gelebt, um einen Einblick in die Seele dieser Stadt und des Fußballs auf der Insel zu geben.
Und das macht der Junge aus dem Siegerland, der mit 16 Jahren von Schalke zu arsenal wechselte, in einer sehr humorvollen Art und Weise, die vor allem vor sich selbst nicht Halt macht. Volz geht kritisch mit sich selber um und nimmt auch die deutsche Mentalität, mit der er in London immer wieder seine Erfahrungen macht, nicht zu ernst.

Es sind viele Geschichten rund um den Fußball und kein Loblied auf eigene tolle Spiele oder gar ein Verriss von ehemaligen Mitspielern oder Vereinen. Das ist wohltuend und wäre auch gar nicht erforderlich, denn die Geschichten über den ersten Cricket Besuch, über "Hoff" und das Klapprad sind, wie fast alle der 23 Kapitel, originell und amüsant.
Ein sehr nettes Buch, das ich trotz seiner 250 Seiten leider schon in zwei Tagen durch hatte...

Mittwoch, 18. April 2012

Ein Freitagabend für Genießer

Wer den VfL am Freitag zum vorletzten Auswärtsspiel der Saison nach Cottbus begleitet, der verdient ein Denkmal. Denn die Geschichte dieses wohl hoffentlich bedeutungslos gewordenen Duells beim bis dahin schlechtesten Team der Rückrunde (hat gerade Aachen von dieser Position verdrängt) scheint voraussehbar, wie das Ende eines Miss-Marple-Films. Bochum hat eine gute Chance in der Anfangsphase, muss Mitte der ersten Halbzeit verletzungsbedingt einen Außenverteidiger ersetzen, kassiert kurz vor der Halbzeit das 0:1 und kurz nach dem Platzverweis gegen Freier (oder Inui) das 0:2.

So oder ähnlich wird es laufen und der VfL stürzt am Samstag auf Rang 15, der einem ja den Topf der Amateurvereine bei der Auslosung zur 1. Pokalrunde zuweist. Sonntag bzw. Montag machen Paderborn, St. Pauli und Frankfurt dann den Bochumer Klassenerhalt fix. Fremd-Feiern wie in Fürth ist dann angesagt.

Währenddessen darf der geneigte Bochum-Anhänger sich vom Spieler Björn Kopplin, der im Verdacht steht, gestern die Fußballschuhe von Christiano Ronaldo aus der Kabine in München geklaut zu haben,  verbschieden. Kopplin zieht es weg und es dürfte der Erste einer Reihe von Abgängen sein.

Sandhausen, man soll ja immer nach vorne schauen, liegt übrigens dicht an Heidelberg und verspricht einen schönen Sonntagsausflug und Kaiserslautern ist übrigens auch montags keine Reise wert.

Mein Tipp: Energie Cottbus - VfL Bochum 2:0
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Montag, 16. April 2012

Sascha Theisen: Marmor, Stein und Eisen

Sascha Theisen hat mit seiner Torwort-Reihe Kultstatus erreicht. Nicht überraschend, dass er nun ein Büchlein herausgibt, in dem er Geschichten über seine Liebe Alemannia Aachen, sein Lieblingsstadion Tivol und seine Lieblingsbeschäftigung mit Sohnemann Carl erzählt. So weit so spannend. Allerdings entpuppen sich die rund 40 Anekdoten dann als ziemlich humorloser und langweiliger "Verzäll". Solche Geschichten kann man beim zehnten Bier zum besten geben, weil die Halbzeit eines Fußballspiels langweilig ist, aber sie dienen nicht dazu einen Leser zu fesseln.
Das mag vielleicht daher kommen, dass der Leser eines solchen Buches, der selber schon zehn oder zwanzig Jahre Stadionbesuche auf dem Buckel, hundert tragische Tore gesehen, dutzende Jahrhundertspele erlebt, im Schnitt jedes Jahr fünf bis acht neue Flaschen im heiligen Trikot ertragen, tausende Stadionwürste verdrückt und unzählige Hektoliter Gerstensaft verschüttet hat, all diese Geschichten kennt. Weil er sie nahezu exakt genau so erlebt hat, sich zumindest aber genau so vorstellen kann und die Pointe bereits nach dem fünften Satz kennt.

So hat Sascha Theisen seinem Tivoli und den Alemannen zwar eine aufrichtige Liebeserklärung im (möglichen) Abstiegsjahr gegeben, aber ein Buch, das dem Leser so nachhaltig in Erinnerung bleiben wird, wie den Aachenern Anouar Hadouir. 

Dienstag, 10. April 2012

Fastenbrechen


Arbeitsschuhe ?
Ich fand meine Leistung in der Fastenzeit schon nicht schlecht: Kein Alkohol und keine Süßigkeiten. Das Ganze bis Ostersonntag, dann war Schluss mit der Enthaltsamkeit und einige Fiege katapultierten mich wieder ins wahre Leben. Doch der VfL macht es noch eine Nummer härter. In der Fastenzeit gab es nur einen mageren Punkt, beim sogenannten „großen Schritt nach vorne“ in Paderborn, und fünf leidvolle Niederlagen. Für den Betrachter ist der Kreuzweg da fast eine Vatertagstour gegen. Und damit nicht genug. Der VfL ist päpstlicher als der Papst und kasteit sich Ostern noch einmal prächtig zu Hause gegen einen Abstiegskandidaten. Zudem ist ein Inui-Treffer die gesamte Torausbeute der letzten 565 Minuten, das sind 9 Stunden und 25 Minuten oder in irdischer Zeitrechnung rund 19 Folgen der Lindenstraße lang. Fortsetzung nicht ausgeschlossen. Da kriegt "Fastenbrechen" eine ganz neue Bedeutung.

Mittwoch, 4. April 2012

Schlüsselspiel

Nach Bochumer Interpretation dürfte die zweite Halbzeit in Frankfurt ein Schritt nach vorne gewesen sein. Ein 0:0 bei einem Spitzenteam und sogar ein oder zwei Torchancen zeugen, wie schon in Paderborn, für Hoffnung auf bessere Zeiten.

Doch Sarkasmus beiseite. Das eine ausgeglichene Zeikampf- und Ballbesitzstatistik tatsächlich heangezogen wird, um Positives zu belegen, stimmt schon vewunderlich. Wen eine Spitzenmannschaft nach 35 Minuten 3:0 führt, dann überlässt man dem Gegner Zeit und Raum, bschränkt sich darauf, nichts zuzulassen und will gelegentlich einen Konter setzen. Schönrederei oder Realitätsverlust?