Dienstag, 3. Januar 2012

Lieblingsspieler

"Zumdick, immer wieder Zumdick"
Ein Beitrag für die Westline-Kolumne.

Wenn ich über meine Lieblingsspieler des VfL schreibe, muss ich zweierlei vorweg schicken: Erstens bin ich 69-Jahrgang und somit erst zu Beginn der 80er-Jahre mit Spielernamen vertraut worden. Zweitens wohnte ich seinerzeit (und, nach 8 Jahren Zwischenspiel im Norden, heute wieder) in Leverkusen. 

Mein letzter Lieblingsspieler bei VfL war Theofanis Gekas, obwohl er nur eine Saison (2006/07) bei uns spielte. Einige seiner Tore waren einfach fantastisch, die Siege mit ihm und durch ihn in Leverkusen, Hamburg, Frankfurt und Gladbach unvergesslich. Sein Abgang tat mir sehr leid. Zumal er anschließend nirgendwo mehr die Qualität zeigen konnte, die er in Bochum als "Lebensversicherer" hatte und mit der er nicht zuletzt unseren Nachbarn die Meisterschaft versaute.

Ganz oben auf meiner Liste natürlich auch Dariusz Wosz. Ein Bochumer Junge durch und durch und eine Legende wie Ata Lameck. Viele unbeschreiblich starke Spiele, der Aufstieg zum Nationalspieler, Bochum statt Valencia und nach einem Zwischenspiel in Berlin wieder zurück nach Hause. Dass er in seinem Abschiedsspiel in Mönchengladbach nur einen Treffer erzielen durfte, war zweifellos der Wille des Fußballgottes. Wer ihn als Interimstrainer beim letzten Abstieg des VfL hat leiden sehen, der weiß, dass Darek ebenso wie Hermann Gerland immer Bochumer sein wird. Hoffentlich kommt er niemals wieder in die Not, Trainer der ersten Mannschaft sein zu müssen.

Martin Kree habe ich schon vor seinem Pokal-Halbfinal-Treffer 1988 gegen des HSV bewundert. Was für ein Rumms: Mit 137 km/h hatte er den härtesten Schuss der Bundesliga. Nach sechs Jahren Bochum durfte der Junge aus Wickede noch Titel und Trophäen in Dortmund und Leverkusen sammeln. Diese hatte er sich wirklich verdient.

Nicht überraschen dürfte, dass Hermann Gerland derjenige Trainer war, der Thorsten Legat den ersten Bundesligaeinsatz 1987/88 bescherte. Legat strahlte mit seiner Erscheinung das aus, was man Kämpferherz nennt. Vielleicht etwas limitiert, aber immer voll engagiert. Auch ihm gelang nach seinem Wechsel 1991 keine Steigerung mehr. Zuletzt trainierte er den Sohn eines Freundes in der B-Jugend von Berg. Gladbach.

"Zumdick, immer wieder Zumdick" soll ich früher einmal im Schlaf gerufen haben, schwört mein Bruder. In der Tat war der Keeper mit seinen 283 Spielen (und einem Tor) ein Held für mich und für den VfL in 20 Jahren eine Bank im Tor uns später auf der Trainerbank. Als Bochumer Torwart war man schon früher überproportional oft im Mittelpunkt des (TV-)Geschehens...

In meinen früheren Zeiten waren u.a. Jochen Abel, Kurt Pinkall (für 70.000 DM von Viktoria Köln gekommen), Jupp Kaczor und Wolfgang Patzke meine Helden. Man las in überregionalen Tageszeitungen nicht so viel über den VfL, meisten war man nur über die Torjäger im BILDe. Daher die eingeschränkte Auswahl. Noch heute blättere ich gelegentlich durch alte Zeitungsausschnitte, die ich seinerzeit gesammelt habe und finde besonders zwei Bilder aus zitierter Zeitung nett: Wolfgang Patzke und Michael Jakobs als Max und Moritz sowie Patzke, Ata Lameck, Lothar Wölk, Christian Schreier und "Bauer Knüwe" in Krachledernen vor dem Pokalspiel gegen die Bayern 1982, in denen man ihnen die Lederhose nicht ganz ausziehen konnte...

Aus den jüngeren Jahren genießen natürlich u.a. die Aufsteiger und UEFA-Cup Helden hohe Wertschätzung: RvD, Peter Peschel, Torero Christiansen, Uwe Wegmann, Thomas Stickroth, Torsten Kracht, Zwetschge Misimovic und andere.

Besonderes Augenmerk hatte ich (siehe Einleitung) aber immer auf die Spieler, die vorher oder nachher auch in Leverkusen spielten. Eine ganze Mannschaft hat der VfL an den Rhein verkaufen müssen, darunter viele Hochkaräter, aber auch viele, die weg von der Ruhr nicht glücklich wurden: Dieter Bast (1983), Wolfgang Patzke (1983), Ulrich Bittorf (1983), Jupp Nehl (1991), Christian Schreier (1984), Zoran Mamic (1998), Martin Kree (1989), Yildiray Bastürk (2001), Paul Freier (2004), Theofanis Gekas (2007), Thomas Zdebel (2009) - ohne Garantie auf Vollständigkeit. Christian Schreier erlebte ich übrigens später einmal live als Trainer des FC Schönberg 95 bei einem 10:0 Sieg in Schwerin.

Auf der anderen Seite kamen auch einige Kicker aus Leverkusen zum VfL. Die Liste ist allerdings weniger spektakulär: Holger Aden, Minas Hantzidis, Christoph Preuß, Uwe Stöver, Markus von Ahlen, Stefan Kohn, Christoph Kramer. Und natürlich die beiden Rückkehrer Mamic und Freier. Vergessen wir nicht zwei ehemalige VfL-Trainer, die unter dem Bayer-Kreuz kickten: Heiko Herrlich und Jürgen Gelsdorf.

Doch zurück zu meinen Lieblingen und der Frage, welcher Spieler des aktuellen Kaders das Zeug dazu hat, in die Liste aufgenommen zu werden? Andreas Luthe schickt sich an, zu Katze Zumdick und RvD aufzuschließen. Paul Freier hat seinen Status als Kultspieler für mich bereits erreicht und sein Name ziert mein aktuelles Trikot. Aber danach wird es eng. Dabrowski und Maltritz aufgrund der vielen Jahre, ein paar junge mit Ambitionen und ein paar potentielle Genies, die aber noch einiges zeigen müssen. Schauen wir mal, was 2012 so bringt. Vielleicht doch noch einen neuen Liebling...

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