Donnerstag, 24. Februar 2011

Den Sportpsychologen widerlegen

Noch nie hat der VfL Bochum bei der SpVgg (Greuther) Fürth verloren. Ein Pokalspiel gewann der VfL 1992 mit 2:0, in der zweiten Liga gab es ein 2:2 (18.3.2000; Bemben , Bastürk), ein 1:1 (19.4.2002, Christiansen) und ein 3:1 Sieg (16.9.2005, Edu (2), van Hout). Selten wäre der Fortbestand einer Serie so wichtig für uns wie in diesem Spiel, denn trotz der imposanten Bochumer Serie droht bei einer Niederlage der Sturz auf Platz 5 hinter Fürth und Aue.

Samstag, 19. Februar 2011

Doch nur cremig-mild

Mit den Punkten 26, 27 und 28 hat der VfL sein zehntes ungeschlagenes Spiel in Folge abgeschlossen und den fünften Heimsieg in Folge erzielt. 24.100 Zuschauer, darunter ein paar Tausend Düsseldorfer, boten eine lange vermisste großartige Flutlichtkulisse und die Spieler ließen gegen die Landeshauptstädter nichts anbrennen.

Düsseldorf spielte anfangs besonders im Mittelfeld recht gut, ließen den Ball schnell laufen und attackierten früh. Der VfL brauchte seine Zeit, um sich darauf einzustellen, bot dann aber Paroli und war letztendlich den Düsseldorfern in allen Belangen ein Stück weit überlegen. Dies, sowie ein umstrittener Foulelfmeter (mehr draußen als drinnen) und ein Traumtor von Korkmaz entschieden die Partie. Düsseldorf konnte nichts mehr zulegen.

Besser als Diego und Dzeko war an diesem Abend Marcel Maltritz. Er übernahm Verantwortung und versenkte den Elfmeter zum 1:0. Überhaupt bot der nicht von allen geliebte Innenverteidiger eine überzeugende Partie, war der Spieler mit den meisten Ballkontakten, lies wenig zu und meisterte einige robuste Abräumaktionen. Ein Sonderlob an unseren Schweden im Mittelfeld. Er lieferte ein blitzsaubere Partie ab und vermochte das Fehlen von Dabrowski vergessen zu machen. Da kann Johan aber Stolz auf seinen Sohn sein...

An den beiden Abwehraußen Ostrzolek und Kopplin kann man sich Woche für Woche mehr erfreuen. Sie spielen hinten gut und zeigen auch nach vorne gute Aktionen. Die beiden Jungen machen Spaß und sowohl Concha als auch Bönig werden nicht mehr so sehr vermisst, wie noch vor Wochen. Korkmaz und Azaouagh sind im Mittelfeld technisch starke und ideenreiche Impulse. Schwer zu berechnen für den Gegner und immer gefährlich. Aydin zeigt sich im Sturm vielseitig gefährlich und holte diesmal den Elfer raus. Sorgenkinder waren diesmal Vogt und Dedic. Während sich bei Vogt mit fortlaufender Partie immer mehr Fehler einstellten versprangen Dedic ein ums andere Mal die Bälle. In einigen Szenen hätte ich mir Tese an seiner Stelle gewünscht. Vielleicht eine Option für das nächste Heimspiel.

Alles in allem ein verdienter Arbeitssieg gegen offensiv überraschend harmlose Düsseldorfer. Während Bochums Defensive stark war wartet man jedoch immer noch auf einen Offensivwirbel, wobei er diesmal aufgrund des Spielverlaufs nicht erforderlich wurde.

Freitag, 18. Februar 2011

Extra Scharf

6 Minuten fehlten dem VfL am vergangenen Sonntag (bis zu 35. Minute führte der VfL, in der 41. geriet Hertha in Rückstand), um vorrübergehend Tabellenführer in Liga 2 zu sein. Am Ende des Spieltages liegt man auf Rang 3, vier Punkte hinter Hertha und 15 Tore hinter Augsburg. Der Vorsprung auf die Verfolger Aue, Duisburg und Fürth ist mit maximal zwei Punkten denkbar knapp.

Eine erneute Aussicht auf den Platz an der Sonne ist zunächst nicht in Sicht. Den VfL erwarten zwei Herkulesaufgaben, zwei richtige Gradmesser. Bevor es zum Mavraj-Club Greuther Fürth geht, empfängt der VfL am heutigen Freitag mit Fortuna Düsseldorf den aktuell stärksten Gegner der Liga. 32 Punkte holten die Scharfen aus der Senfstadt (ebenso wie der VfL) in den letzten 16 Spielen, in den letzten 9 Spielen gab es nur eine Niederlage (2:4 bei Hertha). Die Düsseldorfer Stärke zeigt sich besonders zu Hause (acht Siege in Folge), während es auswärts nur 2 Siege (Bielefeld, Osnabrück) und 2 Remis (1680, Aachen) bisher ga, aber sieben Niederlagen.

Der VfL muss auf Kapitän Dabrowski verzichten, der in Bielefeld Gelb-Rot sah. Dafür rückt Johansson ins Team. Im Mittelfeld werden Azaouagh und Korkmaz erwartet. Im Sturm darf Aydin seinen starken Auftritt aus Bielefeld bestätigen. Wahrscheinlich steht Saglik ihm zur Seite, während Tese zunächst auf der Bank schmoren darf. In der Abwehr bleibt alles wie bisher. Sollte es für Maltritz nicht reichen, rückt Fabian nach.

Die Bilanz des VfL gegen Düsseldorf ist gut. Von 46 Spielen wurden 19 gewonnen und nur 11 verloren. Daheim gab es bei 12 Siegen und 7 Remis nur 4 Niederlagen. Zuletzt vor 11 Jahren mit 1:2, wobei bei den Fortunen die Torschützen Krümplemann und Baffoe waren. Für Bochum traf Kempe. Im legendären Rückspiel holte der VfL einen 0:3 Rückstand auf und siegte noch 4:3. Die letzten beiden Bochumer Heimsiege wurden übrigens auch um 18 Uhr angepfiffen. Am Freitag, 1. Mai 1992 gab es ein 3:0, am Sonntag, 13. April 1997 ein 3:1. Damals kamen 19.000 bzw. 27.000 Zuschauer. Heute wird die Resonanz wohl genau dazwischen liegen.

Mein Tipp: VfL Bochum - Fortuna Düsseldorf 1:2

Montag, 14. Februar 2011

Platz 2 verspielt

Dass die Bochumer Siegesserie einmal enden wird, war klar. Dass und vor allem wie dies am Sonntag in Bielefeld zustande kam, ist nicht nur ärgerlich.Es hat auch gezeigt, was dem VfL noch fehlt, um wirklich ein Spitzenteam der 2. Liga zu werden. Trotz eines recht frühen Tores und auch der späteren erneuten Führung vermochten es die Jungs nicht, das Spiel in den Griff zu bekommen und auf die Entscheidung zu drängen. Damit ermöglichte sie der tapfer kämpfenden Arminia noch die Chance auf den Ausgleich, die spät aber verdient genutzt wurde.
Die Bochumer Mittelfeldaußen blieben erheblich unter ihren Möglichkeiten. Von daher war es schon brillant, das Mirkan Aydin zwei Chancen zu zwei Toren nutzte. Chong Tese wird es mit einem weinenden und einem lachenden Auge beobachtet haben. Er blieb 90 Minuten Beobachter des Geschehens. Neben Dabrowski hätten auch noch Azaouagh und Federico mit einer Gelb-Roten Karte bedient werden können. Auch dies, sowie eine hohe Fehlerquote zeigten, dass der VfL dass Spiel nicht im Griff hatte. Das war auch schon gegen Oberhausen zu erkennen.

Man darf, ohne alles Schlecht reden zu wollen, bilanzieren, dass der VfL besonders im Offensivspiel eine Schüppe zulegen muss. Zwar schwärmt der Trainer über das Überangebot, aber selten überzeugt ein Spieler. Oftmals sind es punktuelle und zum Teil geniale Einzelaktionen, die zu den Toren führen. Ein stetiger Angriffsdruck kommt nicht zu Stande. Sachlichkeit und Geduld, bei einer guten Defensive, wurden zuletzt oft belohnt, sind aber auf Dauer zu wenig. Auf diese Taktik können sich Gegner einstellen und alleine auf glückliche Siege kann man in der Tabellenkonstellation nicht bauen.

Am Freitag erwartet den VfL ein enorm schweres Spiel. Fortuna Düsseldorf wird nicht nur mit einigen tausend Zuschauern anreisen sondern auch mit breiter Brust und Siegeswillen. Ein Spiel, das für das Saisonfinale entscheidenden Charakter haben wird.
(Bild: vfl-bochum.de)

Freitag, 11. Februar 2011

Auf der Alm da gibt's koa Sünd...

Ob wir das glauben sollen? Zumindest die Versuchung dürfte uns in Ostwestfalen begegnen. Nach acht Siegen in Folge scheint das Spiel beim abgeschlagenen Tabellenletzten Arminia Bielefeld nur eine Pflichtaufgabe zu sein. Almauftrieb, Punkte einsammeln, Almabtrieb. Bielefeld Bilanz ist niederschmetternd. Aus den letzten neun Spielen wurde ein einziger Punkt (1:1 gegen FSV Frankfurt) geholt. Schlehtester Sturm (15) und schlechteste Abwehr (43) der Liga. Elf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, vier Spieler in der Reha und mit Bollmann und Winter-Neuzugang Ivanov zwei Spieler verletzt.
Was erwartet Alm-Öhi Ewald da, auf seinen Zettel schreiben zu können?

Der VfL konnte gar unter der Woche ein Testspiel gegen den 1.FC Köln mit 2:1 gewinnen. Kevin Vogt kam in der U20 zum Einsatz, Dedic besorgte in Albanien den Siegtreffer für Slowenien (90., Elfmeter). Der VfL hat derzeit die Qual der Wahl, welche Spieler im Kader und der Startelf sein werden. Ein unerwartetes Luxusproblem nach den zahlreichen Abgängen im Winter.

Während die Abwehrreihe mit Kopplin, Yahia, Maltritz und Ostrzolek wieder gesetzt sein dürfte und sich Bönig, der lange Zeit schmerzlich vermisst wurde, weiter hinten anstellen muss, wird es weiter vorne schon spannend. Azaouagh, Federico und Korkmaz zeigten alle drei gute und spielentscheidende Leistungen. Chong Tese, ebenfalls vor wenigen Wochen noch als unverzichtbar ausgezeichnet, schwächelt, während Aydin und auch wieder Saglik heftig am Sturmplatz klopfen. Auch Dedic ist noch nicht abgeschrieben. Und so wird es ein spannender Kampf um die drei offensiven Plätze vor und neben Dabrowski, Johansson und Vogt.

Die Bilanz gegen Bielefeld ist positiv. Von 36 Spielen wurden 17 gewonnen und nur neun verloren. Auch auf der Alm sieht's gar nicht so schlecht aus: Sechs Siege bei vier Unentschieden und acht Niederlagen. Gut in Erinnerung dürfte noch das Bochumer 3:1 aus dem Februar 2007 sein, wo Gekas in den ersten 10 Minuten zweimal traf, das 2:1 im Sommer 2004 als Buckley in der 87. für Bielefeld ausglich und Diabang in der 90. den Siegtreffer erzielte oder das 2:0 im Dezember 1997 wo Dariusz Wosz seinen Treffer ausgiebig mit den Bielefeldern feierte und eine lebenslange intensive Freundschaft initiierte....

Bielefeld spielt mit dem Rücken zur Wand und muss endlich wieder gewinnen. Vorausgesetzt, der VfL spielt konzentriert und entwickelt mehr Druck in der Offensive, dürfte aber der neunte Dreier in Folge herausspringen. Anderenfalls wär es eine Sünde, an der wir selber Schuld sind.

Mein Tipp: Arminia Bielefeld - VfL Bochum 0:2

Dienstag, 8. Februar 2011

Über Oberhausen nach Müngersdorf

Zwei Fußballspiele an einem Wochenende live. Wenn man treusorgender Familienvater sein will, dann ist das nahezu unmöglich. Es sein denn, man etabliert schleichend eine Interpretation, die da lautet: Wenn ich zum VfL gehen, dann ist das kein Fußballgucken im eigentlichen Sinne sondern die unabänderliche und nunmehr 35 Jahre dauernde Treue zu einer ewigen Liebe. Da sollte es bei der Dame seines Herzens schnell klick machen. Zum Spiel 1.FC Köln – Bayern München gehe ich natürlich nicht wegen des Fußballs, sondern weil ich meinen alten Kumpel André ja schon lange nicht mehr gesehen habe und er als Bayern-Fan zufällig zwei Karten hat. Letztere Argumentationskette zieht nur bedingt und nur dann, wenn die anderen Kumpels, die Leverkusen-, Gladbach-, Hamburg-, St.-Pauli- und Hannover-Anhänger sind, nicht Schlange stehen. Dortmund-, Schalke und Köln-Kumpels hab ich übrigens nicht.

Und so überkam mich am Samstag auf dem Weg der Straßenbahnlinie 1 nach Köln-Müngersdorf wieder ein Gefühl, dass ich nur bei Spielen des Geißbockclubs bekomme. Spiele des Eff-Zäh sind für mich immer Spiele gegen den Eff-Zäh und ich habe davon schon über 100 gesehen. So sehr ich in meinen Inneren kölsch bin und so sehr in meinem Inneren auch gelegentlich Kölsch ist, diesen Verein mag ich nicht. „Da krisch Plack“ wie man hier zu sagen pflegt. Der Bochum-Fan aus Bochum dürfte so ein Gefühl kennen, wenn er die B1 entlang muss oder mit der Straßenbahn nach Nord-Westen fährt.

Bereits in den Siebzigern (bevor Leverkusen erstklassig wurde) hatte mein Vater mich regelmäßig nach Köln mitgenommen und ich erinnere mich geradezu traumatisch an mein erstes Live-Spiel des VfL am 6. Mai 1977. Es endete 1:6 und als Jupp Kaczor in der 85. Minute traf, waren wir schon außerhalb des Stadions auf dem Weg zum Auto… - Immer wenn ich also in Müngersdorf aus der überfüllten Straßenbahn steige, in der ich zuvor mehrfach hören dufte, dass der Eff-Zäh mit einem Sieg ja „secher“ schon wieder im internationalen Wettbewerb sein dürfte, erinnere ich mich an mein Premieren-Desaster und die folgenden achtzehn Niederlagen und fünf Remis des VfL an der unheiligen Stätte, die ich fast alle miterleben durfte. Da war auch der einzige Sieg 2004 nicht mehr als ein kurzer Trost. Die traurigste Auswärtsbilanz die ich habe und das 0:2 im letzten Jahr war das schlimmste Erlebnis von allen. Jedes Mal, wenn ich mit dem VfL nach Köln fahre, fühle ich mich eine Sau auf dem Weg zur Schlachtbank. Nur, dass ich freiwillig unterwegs bin. Und nach dem Spiel, wenn die Menschen in der Straßenbahn sich nach dem ungefährdeten Sieg vollkommen sicher sind, dass der Eff-Zäh im kommenden Jahr „ widder de Nummer eins am Ring es“, fühle ich mich wie eine Sau nach der Schlachtbank.

Am Samstag gab es wieder ein Update vieler Köln-Emotionen, aber das ist eine andere Geschichte, die aber die Bayern-Fans besser erzählen können. Wichtiger war da der Sonntag und allen Vorwarnungen Friedhelm Funkels zum Trotz fuhr ich mit einer 1848%igen Siegessicherheit über die A1 und A43 nach Bochum. Das sollte nicht nur ein erneuter Sieg auf dem Weg zurück in Liga eins werden sondern ein Schritt auf dem Weg zur Revanche in Müngersdorf. Ich will mit dieser Truppe, die jetzt wieder so geil und erfolgreich spielt, mit der man sich identifizieren kann und deren Trikot man dann doch noch gekauft hat (na gut, im Schlussverkauf) zurück in Liga eins. Ich will den West-Hernern was versauen, und die Lüdenscheider ärgern. Ich will vor 69.900 in München spielen und nicht vor 9.900, Commerzbank- statt Volksbank-Arena und ich will in Köln gewinnen!

Am Sonntag haben unsere Jungs wieder was dafür getan, dass meine Sehnsüchte bald erfüllt werden können. Es war zwar kein überragendes Spiel mit vielen Fehlern und wenig Kreativität, aber es wurde bis zum Ende alles an diesem Tag mögliche versucht und der Siegeswille letztendlich belohnt. Das zwei Traumtore den achten Dreier in Folge sicherten Sieg war ebenso fantastisch, wie der Auftritt der beiden Torschützen, die zusammen mit Azaouagh eine enorme Bereicherung für das Team sind. Es macht wieder richtig Spaß zuzuschauen und auch die Entwicklung der jungen Spieler zu sehen. Mit einer guten Leistung in Bielefeld dürften wir dann auch den Zuschauerrekord von Sonntag im Freitagsspiel gegen Düsseldorf noch einmal deutlich steigern und ein herrlich volles Stadion im Flutlicht erleben.

Und dann ziehen wir entweder in der Relegation oder in der nächsten Saison dem Geißbock das Fell über die Ohren!

Dies ist ein Beitrag für die Westline-VfL-Kolumne.

Samstag, 5. Februar 2011

Nike statt DoYouFootball - Das Umfrageergebnis

Nach dem Eintrag vom 27. Januar haben sich knapp 200 Personen an der Umfrage beteiligt. Hier das, für mich überraschende, eindeutige Ergebnis:

Nike statt DoYouFootball: Neuer Ausrüster des VfL. Wie find ich das?

95 (48,5 %) - Gut! Nike hat einen bekannten Namen und die Qualität ist besser!
45 (23,0 %)- Na ja, mag zwar besser sein, aber die Trikots werden deutlich teurer!
36 (18,4 %) - Ist ok, wenn die Fans Mitsprache am Design bekommen!
20 (10,2%) - Schlecht. 08/15-Kommerz. Passt nicht zum VfL!


Nike ist also willkommen. Die VfL-Anhänger schätzen die Markenorientierung (ggf. wegen der Qualität) deutlich höhe ein, als die Individualität. Mal schaun, ob die Kollektion optisch und preislich ankommen wird.

Freitag, 4. Februar 2011

Christoph Ruf - Ist doch ein geiler Verein

"Reisen in die Fußballprovinz" lautet der Untertitel. Und tatsächlich, Bayreuth, Altona, Pfullendorf, Bahlingen, Göttingen und Freiburg (FC) haben die wenigsten Fans auf ihrer Auswärtsfahrtenliste und auch die ehemaligen Semi-Größen des (west-)deutschen Fußballs wie Uerdingen, TeBe, Fortuna Köln, Stuttgarter Kickers, Waldhof werden in Erinnerung gerufen. Darüberhinaus gelten die Blicke auch verschiedenen Vereinen, deren Entwicklung und Flair maßgeblich in der DDR geprägt wurden und die jetzt oftmals ihren Platz noch suchen.

Gerade der letzteren Vereins-Gruppe nähert sich Ruf sehr über die gesellschaftspolitische Schiene. Rechtsextremismus und Gewalt nehmen einen breiten Raum ein und prägen den Blick auf den Club und sein Umfeld. Damit wird der Eindruck vielleicht etwas zu viel von diesem Phänomen geprägt. Die Berichte und Interviews zu den anderen (West-)Clubs gestalten sich hingegen recht passabel und lassen den Leser, verbunden mit eigenen Erfahrungen und Erinnerungen, tatsächlich nostalgisch dorthin abtauchen, wo Fußball noch viel mehr Fußball ist. In der Provinz... - Leider ist das Buch vollkommen überteuert und zusammen mit den obigen Einschränkungen kein Kauftipp.

Thema: ++++
Lesbarkeit: +++
Orginalität: +++
Kult: +++
Preis: +

Christoph Ruf - Ist doch ein geiler Verein
Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: Die Werkstatt; Auflage: 1 (17. April 2008)
Sprache: Deutsch
Preis: 16,95 Euro

Donnerstag, 3. Februar 2011

Hohe Erwartungen erfüllen!

Oberhausen nicht zu unterschätzen ist der gute Rat der Stunde. Aber mal ehrlich: Wie sollte man nach sieben Siegen eine Mannschaft unterschätzen, die nur eines der letzten 14 Spiele gewinnen konnte (3:0 gegen den Tabellenletzten Bielefeld), außer in diesem Spiel nur viermal einen Treffer erzielte und auswärts zuletzt 0:4, 0:0, 0:4, 0:3, 1:2, 0:2, 0:3 spielte? Dass mit Kaya ein Schlüsselspieler am Sonntag aufgrund der 5. Gelben Karte fehlt kommt noch obendrauf.

Der VfL ist trotz seiner Offensivschwäche und eventueller Ausfälle in Abwehr (wahrscheinlich Bönig, vielleicht Kopplin) haushoher Favorit (Quote 1,35 für VfL-Sieg, 7,0 für RWO Sieg) und nichts auf der Welt kann einen klaren Sieg des VfL verhindern. Nichts außer Übermut, einem Rückfall in vergangene Zeiten, einem Wettskandal oder einer Verschwörung der Götter.

Der SC Rot-Weiß Oberhausen-Rheinland e. V. wurde im gleichen Jahr gegründet wie Schalke und Leverkusen. Nicht viel mehr als vier Jahre Bundesliga und ein DFB-Pokal-Halbfinale (1999) stehen auf der Erfolgsseite der Kleeblätter.2008 gelang der Durchmarsch von der Oberliga in die 2. Bundesliga, wo RWO allen Expertenprognosen zum Trotz bis heute verblieben ist. In dieser Saison ging es nach einem guten Start mit vier Siegen in Folge und dem Sprung auf Platz 3 am 6. Spieltag es stetig bergab. Bis auf die Malocherqualitäten und die Verpflichtung von Dennis Grote vom VfL zur Winterpause gibt es wenig Hoffnungsschimmer, dass auch dieses Jahr der Klassenerhalt gelingt. Aber RWO hat mehr als einmal überrascht und ich gönne es dem Verein sehr, wenn sie mit wenig Geld und seriöser Arbeit erneut das Wunder schaffen.

Die Statistik gegeneinander sieht positiv für RWO aus. Von den elf Partien gewann RWO sechs, der VfL nur drei. Das Hinspiel gewann RWO 3:1, die Partie davor (2002) sogar 6:1.

Bei Bochum stellt sich die Frage, wer in der Abwehr einspringt, falls tatsächlich Bönig und Kopplin ausfallen werden. Prokoph wäre ein Kandidat. Einer offensiveren Variante als zuletzt könnte Johansson oder Vogt zum Opfer fallen. Tese/Aydin wäre eine interessante Sturmoption. Der Konkurrenzkampf zwischen Azaouagh, Federico und Korkmaz dürfte weitergehen, wobei Ratzkowski derzeit nicht der lachende Vierte sein wird.

Mein Tipp: VfL Bochum - RW Oberhausen 4:0

Dienstag, 1. Februar 2011

Jetzt kommen schwere Spiele...

...sagt Trainer Funkel. Das ist natürlich nur bedingt Ernst zu nehmen, nachdem der VfL auch beim Tabellenzweiten Augsburg, der zuvor elf Spiele ungeschlagen war, gewinnen konnte. Zuvor wurden die Aufstiegsplatzkonkurrenten aus Duisburg und Aue bezwungen und auch bei den Münchner Löwen ein Sieg eingefahren. Wer (außer vielleicht Hertha) soll uns jetzt noch gefährlich werden können??? - Aber genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Sollten jetzt Überheblichkeit, Selbstzufriedenheit und der gute alte Schlendrian vorbeikommen, dann können die entscheidenden Punkte im Aufstiegsrennen verloren gehen. Mit Oberhausen (H), Bielefeld (A) und Düsseldorf (H) kommen jetzt drei Gegner, die man, ebenso wie den bezwingen muss. Vergeigt man diese Chance, droht die ganze Arbeit der letzten sieben Spiele für die Katz zu sein. Und so ist Trainer Funkel richtig beraten, den Druck hoch zu halten und die Spieler zu motivieren. Der innere Schweinehund wird sich melden und sagen: Komm, gegen Oberhausen reichen auch 85%, Geduld und am Ende fällt schon das Tor. Aber bei solchen Spielen hat schon der eine oder andere eine gute Wettquote eingestrichen.

Gegen Augsburg glänzte der VfL durch eine starke Defensive und sicheres Aufbauspiel. Wie schon in den Spielen zuvor, wurde der Ball sicher gespielt und keine blinden Pässe nach vorne geschlagen. Die Offensive kam wieder einmal zu kurz. Einmal konnte Aydin glänzen und das Tor (eher ein Eigentor) vorbereiten. Alles in allem aber zu wenige Chancen und zu wenig Druck nach vorne. Gegner und Platz mögen das ein Stück weit entschuldigen, aber hier hat der VfL noch großes Potential.

Johansson hätte für seine Notbremse von hinten (auch wenn er nicht letzter Mann war) Rot kriegen können. Maltritz Check gegen (ich glaube) Leitner war nicht mehr als Gelb (Unsportlichkeit). Korkmaz hatte in seiner kurzen Zeit ein paar gute Aktionen. Ich hätte ihn für Federico statt für Aza gebracht, aber Funkels Gefühl war besser als meins. Aydin belebte den Sturm deutlicher als zuvor Tese, der schon früh maulte und in einer Szene mal wieder an einer Tätlichkeit vorbeischrammte, als er nach einem Foul an ihm im Fallen nachhakelte. Die beiden Abwehraußen hatten Mühe, Johansson ein paar Schwächen. Dabrowski nicht so stark wie zuletzt, dafür Maltritz sehr gut. Luthe ungeprüft und somit souverän.

Ich freue mich über den Sieg, mit dem ich nicht gerechnet hätte und hoffe, dass am Sonntag gegen Oberhausen das Stadion mal wieder etwas voller wird. Die Jungs haben es verdient!

Neue Kompetenz im Management des 1. FC Köln

Damit hat sich das Faxgeräte als deutlich kompetenter als Ex-Manager Michael Meier erwiesen.
Es ist möglicher Kandidat für den Posten des Sportdirektors, wenn Volker Finke hinwirft bzw. hingeworfen wird.
(aus: reviersport.de)