Mittwoch, 24. August 2011

Colin Irwin: Sing when you're winning

Der Autor macht eine Reise über die britischen Fußballplätze, spricht mit alteingesessenen Anhängern und erfährt eine Menge über deren Lieder, den Seelen der Vereine und die tiefverwurzelte Liebe der Menschen zu ihren Clubs. Das Buch taucht auf seinen 300 Seiten tief ein in abgelegene Sportplätze und Football Clubs, es vereinnahmt den Leser sofort und lässt ihn bis zum Ende nicht mehr los. Wer "Sing when you're winning" gelesen hat, wird schlagartig seine Urlaubspläne ändern und im guten alten Internet sich erst einmal nähere Details über Vereine und Städte besorgen, die er bestenfalls mal zufällig gehört hat.

Das Buch ist schlichtweg ein "must" für Liebhaber des englischen Fußballs, der Fußball- und Fankultur.



Dienstag, 23. August 2011

fridu = “Friede” und helm = “Helm; Schutz”

Damit ist nicht nur die althochdeutsche Bedeutung des Namens Friedhelm erklärt, sondern wohl auch die Philosophie des Friedhelm F. Der VfL ist unter Funkel stets darauf bedacht, kein Risiko einzugehen, Bestehendes (die Null) zu schützen, möglichst friedvoll die 90 Minuten über die Runden zu bekommen und dabei mit etwas Glück (Felix) vielleicht doch noch irgendwie einen Dreier einzufahren (Siegward).
Den Anhänger (mir inklusiv) steht es derweil bis Oberkante Unterlippe. Und nichts, aber auch rein gar nichts deutet darauf hin, dass sich etwas ändert. Takashi Inui konnte nach seinem Wechsel zum VfL zwar zwei ordentliche Spiele hinlegen, aber es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wann er vom Friedhelm-System gefressen wird und im Team untertaucht. Vielleicht ist es wirklich so, dass Spieler wie Maltritz, Dabrowski, Freier zwar gut trainieren und engagiert sind, ihnen aber das letzte Stückchen an Konsequenz und Qualität fehlt, um wöchentlich einem Zweitligaspiel den Stempel aufzudrücken und ein Team mitreißt. So wie Federico, Aydin, Tese zwar punktuell mal glänzen können, so sehr tauchen sie über die gesamte Spieldistanz in aller Regel ab und ergeben sich dem Schicksal. Funkels Erklärungen über tolle Laufleistung, die geile Truppe, die im Training malocht, dass man sich jetzt nicht verkriechen darf, etc. klingen nach substanzlosen Durchhalteparolen. Funkel wirkt mehr und mehr wie ein verbohrter, griesgrämiger alter Mann. Offensichtlich kein Hinterfragen, keine Veränderungen, keine Denkpausen, keine Systemdebatte. Den Friedhelm Funkel in seinem Lauf halten halt weder Ochs noch Esel auf...

Mittwoch, 17. August 2011

Rivalen - Der etwas andere Führer zu den 92 englischen Profi-Vereinen

Ein spannendes Thema, eine gute Idee für ein Buch ... und ein schlechtes Ergebnis. Leider ist die Beschreibung der 92 englischen Profi-Vereine derart trocken und ideenlos, dass man maximal ein Drittel des Buches liest und ggf. noch mal bei dem einen oder anderen Verein nachschlägt. Alles in ein starres Korsett gepackt. 2 Seiten über jeden Verein und alles gleichermaßen verpackt in Rubriken "Wer seid Ihr?", "Berühmte Fans", "Wie geht's voran", "Rivalen", "Love/Hate", "Gesänge" sowie so willkürliche und nichtssagende Grafiken "Euer Stadion ist zu groß Quote", Geld-Wert-Quote", Resultate gegen den Rivalen und eine Platzierung in der "Gestörten Tabelle". Das ist schon ziemlich ernüchternd und man merkt schon sehr bald, dass die Autoren mindestens genau so viel Mühe hatten die Rubriken zu füllen, wie der Leser, der beim durcharbeiten des Werkes verzweifelt versucht, ein Gefühl für den englischen Fußball  zu bekommen. Ein Buch, das die Fußball-Welt nicht braucht.

Sonntag, 14. August 2011

Michael Wildberg: So lonely - Ein Leben mit dem MSV Duisburg

Die Reihe von Büchern, in denen Fans ihr Leben mit ihrem Verein beschreiben, wächst unaufhörlich. Alleine von daher ist der Reiz solcher Druckwerke stark gesunken. Es sei denn, es handelt sich zumindest um das Leben mit einem Verein, mit dem man sich ein Stück weit identifizieren kann. Ein Leben mit dem MSV Duisburg dürfte für die meisten nicht sehr spannende und lesenswert sein, kennt man nicht die Geschichte, die Höhen, die Tiefen und die Spieler, Trainer und Funktionäre, die den Verein gepärgt haben.

Donnerstag, 11. August 2011

Angst vor der Aufstellung, Sorgen vorm Spiel und genervt vom Piratengequatsche

Es ist schon alles gesagt und diskutiert. Wenn Funkel jetzt nochmal mit den drei Sechsern Dabrowski, Johansson und Vogt aufläuft, dann soll ihn das Schicksal von Klaus Störtebecker ereilen. Alle Bochumer Fußballwelt schreit nach offensiven Kräften. Nur Funkel will davon bisher nichts wissen. Aber Takashi Inui ist jetzt fit und der Trainer  kommt zumindest an ihm nicht mehr vorbei. Kopplin ist wieder fit und macht den Weg nach vorne für Freier frei. Kramer hat bisher, im Gegensatz zu Federico und Berger, überzeugt und sollte auch in der Startelf stehen. Im Sturm wünschen sich alle mal die Doppelspitze Aydin/Ginczek, aber das wird der Trainer wohl nicht riskieren. So könnte Ginczek diesmal beginnen, dahinter Freier, Inui und Kramer, Johansson und Dabrowski und hinten Kopplin, Maltritz, Sinkiewicz und Ostrzolek. - Oder doch eine Überraschung? - Nein, bestimmt nicht!

Sollte der VfL das Spiel vergeigen, dann ist in der Tat Hängen im Schacht. Man würde dann wieder der Spitze hinterher rennen, aber da wollen dann sicherlich nicht viele mehr dabei sein. Schicksalsspiel. Leider wieder einmal. Die Statistik gegen Pauli sieht zumindest zu Hause sehr gut aus. In der Liga gab es noch keine Niederlage, nur 1986 verlor man in der ersten Pokalrunde zu Hause. Zuletzt gab es ein 2:0 (im Febr. 2000) und natürlich das UEFA-Cup-Einzugs-6:0 im Mai 1997. Dazwischen lag nur noch ein Spiel, ein 4:0 für Pauli am Millerntor in der 2. Pokalrunde 2005. Noch was am Rande: Der VfL bejubelt gerade sein 4.000 Vereinsmitglied. Man sollte über diese Zahl lieber Schweigen. Selbst Hoffenheim, Wolfsburg und Mainz haben deutlich mehr. Dortmund hat 50.000 und Schalke gar 100.000. Da sieht man, wo man steht.

Vollkommen auf den Senkel geht mir derzeit das ableiern der Marketing-Floskeln. "Freibeuter der Liga" oder "Liga-Piraten". Was für ein Scheiß. Kiez- oder Kultclub ist genau so blöd. Es geht gegen einen ambitionierten Bundesligaabsteiger, der natürlich auch wieder noch will. Alles Gerede zum Trotz. Deshalb muss der VfL unter Flutlicht morgen mal ein Kultspiel abreißen und den Hamburger Stadtteilclub  ordentlich vermöbeln.

Mein Tipp: VfL Bochum - FC St. Pauli 3:2
.

Dienstag, 9. August 2011

VfL zum abgewöhnen - Funkels Versagen

Mit Einblenden der Mannschaftsaufstellung war der gestrige Abend für mich schon gelaufen. Es fehlt mir einfach die Phantasie mir vorzustellen, wer denn in dieser Teamkonstellation in der Lage ist, offensiv was auf die Beine zu stellen. Was dann folgte, war ein VfL Bochum zum abgewöhnen, eine Strafe für alle Anhänger (besonders für diejenigen, die schon wieder an die Ostsee gefahren sind, und vor allem der letze noch fehlende Beweis, dass Friedhelm Funkel als Trainer gescheitert ist.

Wenn man sich von einem Gegner, der in allen Mannschaftsteilen so schwach besetzt ist, derart unter Druck setzen lässt, ihm so viel Raum und Möglichkeiten bietet und ihm nichts, aber auch rein gar nichts entgegenzusetzen hat, dann muss man der Realität ins Gesicht sehen und feststellen, dass der VfL ganz weit weg ist vom Ziel Aufstieg.

Sonntag, 7. August 2011

Spannende freie Tage

Da könnte man sich auf ein schönes und ruhiges Wochenende freuen, weil der VfL ja erst am geliebten Montag spielt. Aber nix da. Eine Reihe von Meldungen beschäftigen mich die letzten Tage:

1) Mainz 05 ist raus, bevor sie richtig drin sind
Welche Tragik. Da spielen, kämpfen und retten sich die Mainzer in die Europa League, nachdem sie einen grandiosen Saisonstart hingelegt hatten und bis zum Ende auch nicht richtig eingebrochen sind. Doch mit dem Erfolg kommen auch die Jäger. Schürrle, Holtby, Fuchs. Allesamt weg vom Bruchweg und Mainz ist plötzlich, trotz neuem Stadion, wieder nur der Karnevalsverein. Da freuen sich die Fans über den größten Vereinserfolg und sind geil auf Europa und dann endet das Abenteuer irgendwo in tiefsten Rumänen. Es tut mir aufrichtig leid, weil ich diese Gefühle so gut nachvollziehen kann.


Samstag, 6. August 2011

Christoph Biermann: Die Fußball-Matrix

Ein spannendes und vielleicht vielfach unterschätztes Thema. Was lässt sich aus der mittlerweile unendlichen Datenmenge, die ein Fußballspiel produziert, nutzen, um die Erfolgsaussichten eines Spielers oder einer Mannschaft zu verbessern? Christoph Biermann nähert sich diesem Thema, wohlwissend, dass eine Erklärung dazu nahezu genau so schwer ist, wie die Interpretation der Daten selber. Trotzdem fasziniert das Buch und der Leser taucht ein, in eine andere Welt des Fußballs. Weg von Leidenschaft und Kampf, hin zu Mathematik, Statistik, Berechnungen und Formeln. Der andere Blick auf ein Fußballspiel fällt nicht leicht, aber er ist es wert, einmal geworfen zu werden. Man sieht das Spiel durch eine andere Brille. Ein absolut lesenswertes Buch.

Donnerstag, 4. August 2011

Zweite Bundesliga-Stöckchen 2011/12



Dein Verein heißt:
VfL Bochum

Wie lautet das offizielle Saisonziel, sofern es bekannt ist?
Aufstieg


Wie lautet DEIN Saisonziel für Deinen Verein?
Aufstieg, Pokalfinalteilnahme



Dienstag, 2. August 2011

Zu viele Katastrophen in der Generalprobe


Der Frust am Samstagabend war groß. Es ist ebenso ärgerlich wie unverständlich, dass der VfL es auch im zweiten Zweitligajahr nicht schafft, schwache Gegner in Verlegenheit zu bringen und über längere Strecken des Spiels zu dominieren. Aufsteiger Hansa Rostock, ohne fünf suspendierte Spieler und ab der 10. Minute ohne Mintal, spielte auf Augenhöhe mit, erzielte zwei Treffer und war vom dritten nicht weiter entfernt als der VfL. Wie kann so etwas sein?