Dienstag, 31. Mai 2011

Sommerpause

Urlaubsreif ist man ja fast immer. Aber diesmal bin ich es wirklich. Und das ist VfL-geprägt. In den letzten Wochen wurde mir (und den anderen Bochum-Fans) einiges abverlangt. Das Zwischentief (0:2 gegen Hertha, 0:3 in Ingolstadt, 0:0 in Paderborn), der Last-Minute-Sieg in Osnabrück, die geile Stimmung und der klare Sieg gegen Duisburg und dann die Relegation mit ihrem bekannten Ende.
Was der Bochumer Anhang in den letzten Spielen gebracht hat, war sensationell. Selbst eingefleischte Gladbach-Fans und Vielfahrer sowie ein Bayern-Anhängern bescheinigen mir, dass die Stimmung in Bochum unglaublich und das Beste war, was sie seit Jahren erlebt haben. Dem kann ich mich nur anschließen. Besser war es auch bei den UEFA-Cup-Spielen, den Qualifikationen dazu oder bei Siegen gegen Schalke nicht.

So ist es vollkommen richtig und nicht überzogen, dass sich die Mannschaft, der Trainer und die Verantwortlichen des VfL darauf berufen und ein neues Wir-Gefühl beim VfL ausmachen. Es ist zu hoffen, dass dies auch mit in die neue Saison genommen wird und dort ihren Anschluss findet. Wir haben noch lange nicht genug und der Aufstieg ist nur vertagt.

Viele wichtige personelle Entscheidungen sind bereits getroffen worden. Jetzt müssen die notwendigen Ergänzungen des Kaders her. Keine leichte Aufgabe, denn die Neuzugänge müssen auch charakterlich passen. Einige der letzten Transfers haben nicht gehalten, was man sich versprochen hat. Saglik, Federico, Korkmaz, Toski haben sich nicht unverzichtbar gemacht. Tese muss unbedingt an sich arbeiten. Er ist eine Riesenbereicherung, wenn er auf Team-Linie bleibt. Ergänzungen in der Innenverteidigung (perspektivisch für Maltritz/Yahia), im Mittelfeld (perspektivisch für Dabrowski) und ein weiterer Stürmer sind notwendig.

Jetzt geht es für mich erst einmal in Urlaub. Neue Kräfte tanken für eine neue Saison. Zum Glück gibt's dort W-LAN. Damit ich beim Entspannen nichts verpasse.

Mittwoch, 25. Mai 2011

Das Unmögliche ist möglich.

Heute ist es soweit. Die Entscheidung fällt. Bochum ist im emotionalen Ausnahmezustand. Bereits beim Hinspiel in Gladbach und auch schon zuvor bei den letzten Zweitligaspielen gegen Duisburg und in Osnabrück hat sich eine, für Bochumer Verhältnisse, unglaublich Stimmung breit gemacht. Bedingungslose Unterstützung der Mannschaft und der Glaube daran, das Unmögliche möglich zu machen. Diese Stimmung hat sich längst auf die Mannschaft übertragen, die Motivation und der Wille sind da. Bochum scheint diesbezüglich eine Punktlandung hinzulegen. 100% zum entscheidenden Spiel.

 
Allein Chong Tese macht dabei augenscheinlich nicht mit. Nach einer guten Vorrunde mit starken Auftritten und 10 Toren ist bei dem Koreaner die Luft raus. Er wirkte auch bei seinem 45-Minuten-Einsatz in Gladbach lust-, leidenschafts- und einfallslos. Trainer Funkel hat einen Mann, der ein Spiel entscheiden kann, aus dem Kader gestrichen. Als Stürmer werden Kefkir und Dedic auf der Bank sitzen. Zwei Spieler die Geschichte schreiben wollen.

Mit dabei ist auch Azaouagh. Er brennt lichterloh, wird nochmal alles geben und erst dann seine Verletzungen auskurieren. Was für ein Comeback in der Winterpause. Auch er ist bereit für die ganz große Geschichte. Auf Freier als Kopplin-Ersatz in der Abwehr, Luthe im Tor und Johansson im Mittelfeld wird viel ankommen. Ob der VfL, der natürlich Außenseiter bleibt, es schafft oder nicht. Dieses Team hat in Bochum etwas ausgelöst, was man lange Jahre vermisst hat.

 

Heute Abend wird es so sein wie beim Pokalendspiel 1988 oder den UEFA-Cup-Auftritten gegen Brügge und Trabszonspor. Ein Spiel auf das ich mich unbändig freue. Und auch wenn es dann doch nicht klappt mit dem Aufstieg. Mein VfL ist wieder da.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Eine Stadt und ihr Verein

Es ist schon beeindruckend, welche Stimmung sich binnen kurzer Zeit in Bochum breit gemacht hat. Beim Spiel gegen den MSV Duisburg herrschte eine derart atemberaubende Atmosphäre im revirpower-Stadion, die sicherlich viele der Zuschauer so schon lange nicht mehr erlebt hatten und die man durchaus mit dem 27. April 2007 vergleichen konnte.

Eine Stadt liebt wieder ihren Verein. Nach der katastrophalen Bundesliga-Saison, dem Abstieg, dem Drama um Heiko Herrlich, dem Sturz des Aufsichtsrates und den schlechten Start in Liga 2, haben sich Verein, Trainer und Mannschaft mit harter Arbeit, Ehrlichkeit und natürlich etwas Glück wieder zurück in die Herzen der Bochumer gearbeitet. Der Sonntag war für alle ein verdienter Lohn. Wer das erlebt hat, der will diese Stimmung und dieses Gefühl nicht wieder hergeben. Jetzt wollen alle noch mehr. Die Relegation gegen Gladbach siegreich gestalten und zurück in Liga 1!

Samstag, 14. Mai 2011

Finale

Eigentlich schon in Berlin:
Ein MSV im Schongang zu erwarten.

Fassen wir uns kurz: Der VfL hat alles, aber auch alles selber in der Hand, um am Sonntag Platz 3 zu verteidigen und somit die Relegationsspiele zu erreichen. Den MSV plagen nicht nur extreme Verletzungssorgen, die Meidericher sind vollkommen auf das Pokalendspiel in einer Woche fixiert und werden alles dafür tun, sich dafür nicht noch weiter zu schwächen. In einem ausverkauften revirpowerstadion mit intensiver Fan-Unterstützung sollte der VfL zu einem klaren Sieg getragen werden. Ein schnelles 2:0 und dann nur noch entspannen. Im Bochumer Kader haben Luthe, Kopplin, Ostrzolek, Federico und Maltritz vier Gelbe Karten auf den Konto. Tese und Azaouagh sind noch nicht bei 100% angelangt. Dafür rückt Dabrowski neben Johansson im Mittelfeld wieder ins Team. Freier sollte wieder auflaufen und Aydin ist im Sturm momentan gesetzt. Über die anderen Positionen darf noch etwas spekuliert werden. Toski hat seine Sache zuletzt ordentlich gemacht. Federico ist oft für eine Überraschung gut. Dedic und Saglik hingegen waren zu selten überzeugend.

Sonntag, 8. Mai 2011

Paderborn

Zu Recht wird über die Arena gespöttelt. Ganze 12 Sitzreihen "erstrecken" sich an den Geraden, hinter den Toren ist Stehplatz angesagt. So kommt man in der Energieteam-Arena immerhin auf 15.000 Plätze, davon 9.200 Steher. Ähnlich markant das Parkplatzverhältnis: 2.000 fürs Fahrrad und 2.842 für PKW's. Bei der Anreise war das prima, bei der Abreise ist aber Chaos pur und eine Stunde Wartezeit einzuplanen.

Die im Juli 2008 eröffnete Arena, damals noch paragon-Arena, hatte eine schwere Geburt. Anwohnerklagen führten zu einer Bauzeit von drei Jahren. Die veranschlagten Kosten von 9 Mio. Euro verdoppelten sich. Namengeber Paragon musste aus finanziellen Gründen sein Engagement frühzeitig beenden. Auch die Gesamtfinanzierung war von erheblichen finanziellen Schwierigkeiten begleitet, was auch ein Grund für die um 2 1/2 Jahre verzögert Fertigstellung war.

Eine Besonderheit der Arena ist, dass sie ohne übergroßen Aufwand auf eine Kapazität von 20.000 Zuschauern aufgestockt werden kann. Um eine solche Situation zu erreichen, dürfte es allerdings noch einiger Ereignisse bedürfen. Der aktuelle Schnitt in Liga 2 liegt unter 8.000 Zuschauern, der Minus-Rekord bei 5.000 (gegen Cottbus). Selbst zu Derby gegen Bielefeld war die Arena nicht ausverkauft. Bemerkenswert: In den neun Spielen mit den meisten Zuschauern gab es sechs Siege und drei Remis. In den anderen sieben Spielen gab es drei Remis und vier Niederlagen. Der Paderborner scheint ein Gefühl für Erfolg und Misserfolg zu haben. Die Stimmung ist so, wie sie bei den Zuschauerzahlen und der Stadionkosntruktion nicht anders sein kann: Mau. Recht gut und bodenständig hingegen sind Getränke- und Imbiss-Service.    
Bilder: SC Paderborn 07

21. April 2011: SC Paderborn 07 - VfL Bochum 0:0,
10.369 Zuschauer, 2. Liga
.

Freitag, 6. Mai 2011

Muttertag

(Bild von vfl-bochum.de)
Es ist alles angerichtet, um am 8. Mai einen großartigen Fußball(nach)mittag zu erleben. Allerbestes Wetter, ein ausverkauftet Stadion, zwei Mannschaften, für die es noch um vieles geht. Und wenn die Wunderheilung des Mimoun A. ihren zweiten Teil erfährt, dann dürfte aus Bochumer Sicht nichts anbrennen.

Dienstag, 3. Mai 2011

Jung und Alt

Slawo Freier
Spiele 1. & 2. Liga: 301
Beim VfL seit 1.7.2008
und 1996-2004
Geb.: 26.7.1979
Das eine vorab: Ich bin vollkommen überzeugt, dass der VfL die beiden ausstehenden Spiele gewinnt. Der Sieg gegen Union Berlin war ein weiterer Wendepunkt in dieser Saison. Diesmal zum Glück ein Wendepunkt nach oben. Konnte man nach den drei torlosen Auftritten (und auch einigen schlechten aber erfolgreichen davor) langsam verzweifeln, so sollte jetzt wieder Zuversicht herrschen. Die Mannschaft hat sich aus dieser schwierigen Situation befreit. Azaough, Aydin und Freier haben die Mannschaft mitgerissen. Das Team kann mit Selbstvertrauen in den Schlussspurt gehen. Und den wird sie auch erfolgreich bestehen. Wie es in einer möglichen Relegation aussieht, kann man sicherlich noch nicht einschätzen. Aber die Zustände in Frankfurt lassen Parallelen zu unserer letzten Saison erkennen. Und auch Köln und Gladbach sind nicht gerade das, was man eine berechenbare Größe nennt. Alles bleibt möglich.