Sonntag, 31. Oktober 2010

Gleichgültig

Den totalen Frust hat der VfL heute über seine Anhängerschar geschüttet. Nach dem bereits enttäuschenden 1:1 gegen Aachen vergeigte die Funkel-Truppe heute erneut eine Führung und machte sich ohne Punkt auf den langen Heimweg. Statt Anschluss an die Spitzengruppe ist nun der Mittelfeldplatz betoniert. Uns erwarten ein endlos grauer Herbst und die Sehnsucht nach einem langen tiefen Winterschlaf.

Regelmäßig zu viele Ausfälle begründen die Erfolglosigkeit des VfL. Noch kein überzeugendes Spiel in dieser Saison, aber bereits fünf Niederlagen. Und auch heute fehlten zwar die Ausfälle Kopplin und Maric, aber dafür schlüpften andere in deren Rolle. Federico wieder einmal eine Katastrophe auf der Schlüsselposition. Dedic vollkommen abgetaucht und Tese mit wenigen Szenen. Einen Elfmeter verschossen, die 5. Gelbe Karte und kurz vor Schluss ein Pfostentreffer. Einfach zu wenig. Die Abwehr (mit Yahia, Maltritz und Mavraj) nicht nur bei den Gegentreffern sehr anfällig sondern auch Verursacher vieler (10) Eckbälle und Torschüsse (15). Aus dem Mittelfeld kaum Impulse. Wenig Ideen, wenige einstudierte Spielzüge und weit und breit niemand, der mal das Heft in die Hand nimmt und das Team aufrüttelt. Freiers Engagement verpufft ebenso wie Tese Wille im Nichts. Einfach nur Tristesse.

Der VfL Bochum 2010/2011: Einfach nur gleichgültig.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Von Printen und Gurken

Nachdem der VfL sich schon an den Aachener Printen verschluckt hat, stehen jetzt Spreewaldgurken auf dem Speisezettel. Wahrscheinlich weniger schmackhaft, aber vielleicht macht sauer ja lustig...

Die Voraussetzungen für das Aachen-Spiel waren verhältnismäßig gut. Die Zuschauer bereit zur Versöhnung, die Mannschaft nach drei Siegen aus vier Spielen potentiell selbstsicher und erfolgshungrig. Auch der Start war vielversprechend. Mahir Saglik erzielte in der 13. Minute seinen ersten Liga-Treffer für den VfL, nachdem Federico am Ball vorbei köpfte. Alles schien gut zu werden. Doch leider versagte die Mannschaft anschließend nahezu kollektiv. Besagter Federico tauchte einmal mehr komplett unter und Linksverteidiger Kopplin demonstrierte katastrophale Zuspieleinlagen. Schauderhaft. Dabei war die Ausrichtung der Alemannia eine offizielle Einladung für das Bochumer Spiel mit langen Bällen. Die Aachener rückten sehr weit auf, so dass die schnelle Bochumer Offensive durchaus Chancen für gefährliche Aktionen hatte. Aber sie wurden nicht genutzt und ausgerechnet Killer-Tese vergab das 2:0 frei vor dem Aachener Torhüter.

In der zweiten Halbzeit gab der VfL das Spiel aus der Hand. Erst mit der Einwechslung von Freier wurde es etwas energischer. Das Wort "gefährlich" wäre übertrieben. Das der ebenfalls eingewechselte Dedic kurz vor Schluss doch noch den Sieg auf dem Schlappen hatte und vorbei schoss, war die logische Konsequenz des enttäuschenden Auftritts.

Jetzt geht es nach Cottbus, die zwar in Osnabrück verloren, aber unter der Woche im Pokal mit 2:1 gegen Freiburg gewannen. Im Stadion der Freundschaft wird den VfL die bekannte Stimmung und Heimstärke der Lausitzer erwarten. In den letzten vier Begegnungen kam der VfL damit glänzend zurecht und gewann zweimal (1:0 durch Junior am 29.1.2006 und 2:1 durch ein Bechmann-Doppelpack am 19.8.2007) bei zwei Remis (1:1 am 20.9.2008 mit Yahia-Treffer und einem 0:0 am 3.2.2007).

Am Sonntag muss der VfL den dritten Auswärtssieg in Folge einfahren um ein Stück weit an der Spitzengruppe dran zu bleiben. Ob sich Funkel dazu durchringt, die Dauerschwächlinge Federico und Maric draußen zu lassen, wird sich zeigen. Saglik und Tese dürften ebenso gesetzt sein, wie Luthe, Concha, Yahia, Mavraj und Dabrowski. Auch Toski und Freier haben gute Einsatzchancen.

Mein Tipp: Energie Cottbus - VfL Bochum 1:1

als echter Fan des VFL Bochum muss man da sofort zupacken...

Gefunden bei ebay. Unbedingt die Beschreibung lesen und dann weinen gehen...

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Der 19. deutsche Erstligist...

Wem die 18 Erstligisten zwischen Rhein und Oder nicht genug sind, der kann mal einen Abstecher in das Hohes Venn machen und in der 20km südlich von Aachen liegen Stadt Eupen ein Erstligaspiel in "deutscher Atmosphäre" genießen.

Die Region wurde lange Zeit von den Habsburgern regiert, kam 1815 zu Preußen und 1920 als Folge des Versailler Vertrages zu Belgien. 1940 annektierte das Deutsche Reich die Region kurzzeitig wieder. Das heute zur Region Wallonien und der Provinz Lüttich gehörende Eupen ist mit gut 18.000 Einwohnern die größte Stadt der rund 75.000 Menschen umfassenden deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien. Dort ist Deutsch Amtssprache und die Gebietskörperschaft hat eine eingeschränkte politische Autonomie.

Die Königliche Allgemeine Sportvereinigung Eupen ist der erfolgreichste Verein der deutschsprachigen Gemeinde Belgiens und erster und einziger Erstdivisionär. Ob das lange so bleiben wird, erscheint fraglich. Die königlich-belgischen in den preußischen Farben belegen derzeit den letzten Platz in der Liga, trotz des jüngsten 6:0-Kantersieges gegen St. Truiden. Dem bisher ersten und einzigen Erstligasieg.

Der Kader ist bunt gemischt. Spieler aus aller Welt, von der Dominikanischen Republik, dem Kongo, Senegal, Uruguay, Brasilien, Guinea kicken in Eupen. Ein "echter" Deutscher ist nicht dabei, auch Olivier Werner, Joseph Biersard und Mark Hendrikx sind belgische Staatsangehörige. Bachirou Salou spielte 2004 ganze zwölf Partien in Eupen (3 Tore) und Stürmer Freddy Mombongo-Dues kam 2008 vom Wuppertaler SV.

Das erste Saisonheimspiel der Erstligasaison gegen Westerloo verfolgten 3.000 Zuschauer. Zum 6:0 Sieg gegen St. Truiden im neuen Kehrwegstadion kamen 4.500. Insgesamt fasst es 8.000 Personen. Ein Besuch lohnt sich in jedem Falle, wenn nicht zum Fußball, dann zum Rosenmontagszug, denn hier wird noch der rheinische Karneval gefeiert. Es ist ja auch gar nicht so weit weg...

Vereinszeitung: hier
Vereinshomepage: hier

Freitag, 22. Oktober 2010

Neue Kollektion beim VfL

Zum 100-jährigen des Stadions an der Castroper Strasse haben der VfL und Ausrüster DO YOU FOOTBALL eine 15-teilige Sonderkollektion (T-Shirts, Polos, Sweat-Jacken, Kapuzen-Shirts und -jacken, Base-Caps sowie einen Schal und eine Tasche) auf den Markt bzw. in den Shop geschmissen.

Die wunderschöne Sarah Knappik (Endrunde Germany's Next Topmodell 2008) präsentiert die Stücke gemeinsam mit Mergim Mavraj. Die Kollektion sieht dezent aus. Die Preise hingegen weniger zurückhaltend. Was aber besonders Schade ist: Der Förderturm auf dem Ball mag zwar die Verbundenheit des Fußballs mit und in Bochum deutlich machen, ein direkter Bezug zum Stadion an der Castroper Straße und zum VfL fehlt. - Einkaufen kann man hier.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Zuschauerstatistik VfL-Aachen

Am 11. Dezember 1960 trafen in der Oberliga West der VfL Bochum und Alemannia Aachen aufeinander. Im Hinrundenspiel siegte Aachen durch drei Treffer von Bergstein und einem Tor von Burjan mit 4:0. Und auch im Rückspiel schoss Bergstein drei und die Alemannia insgesamt vier Tore (Laumann). Für den VfL reichte es nur zu zwei Treffern (Linka, Pawlak). Viel interessanter sind jedoch die Zuschauerzahlen der beiden Spiele. In Aachen waren es 15 und in Bochum ganze 5 (fünf).

Am 20.8.1999 kamen gut 24.000 zum Bochumer 5:0 Sieg, am 16.12.2001 sahen nur 11.000 den 5:3 Erfolg des VfL. Am 18.11.2005 feierten die Aachener unter den 21.100 einen 4:1 Auswärtssieg und dem einzigen Bundesligaduell der beiden in Bochum wohnten am 24.2.2007 21.400 Menschen bei, die mit dem 2:2 das bisher einzige Remis der beiden Teams gegeneinander bestaunen konnten.

Die VfL-Anhänger mobilisieren kräftig für Sonntag und auch aus Aachen dürften 3.000 mitreisen. Wir hoffen auf eine würdige Kulisse (18.000) für ein tolles Spiel.

Montag, 18. Oktober 2010

Hoffnungsschimmer?


Mit einem in der ersten Halbzeit hoffnungsvollen und weitgehend überzeugenden Auftritt hat der VfL Bochum drei Punkte aus Karlsruhe entführt und den Anschluss zur Tabellenspitze nicht abreißen lassen. Am kommenden Sonntag kommen nun die Aachener Alemannen in ein mit Sicherheit stimmungsvollen revirpower-Stadion.

Der Auftritt in Karlsruhe war vor allem in der ersten Halbzeit gut anzusehen. Schnell am Mann, weitgehend kombinationssicher, "präsent" und aktiv. Die Führung hoch verdient und ungefährdet. In der zweiten Halbzeit zog sich der VfL situationsbedingt etwas zurück, stand weiterhin sicher und lauerte auf Konterchancen. Diese boten sich auch, wurden aber vergeben. Die Bochumer Stürmer versäumten es, zwei-drei Treffer mehr zu erzielen. Luthe zeigte nur zweimal Schwächen beim rauslaufen. Concha und Kopplin fehlerbehaftet, die Innenverteidigung diesmal ebenso sehr gut, wie Dabrowski davor. Maric mit vielen technischen Fehlern, in der zweiten Hälfte etwas besser. Federico immer noch weit hinter dem erwarteten. Taski und Saglik ordentlich und Tese brandgefährlich aber abschlussschwach.

Alle Augen blicken nun gespannt auf das kommende Heimspiel. Nach den JHV-Turbulenzen hat die Initiative "Wir sind VfL" einen bemerkenswerten Aufruf gestartet und unterstützt von vielen Fan-Clubs alle VfL-Anhänger zum Stadionbesuch aufgefordert. Es geht darum, jetzt gemeinsam nach vorne zu schauen und gemeinsam für die Zukunft und den Aufstieg zu arbeiten. Ein wichtiges Zeichen, das versöhnen soll und zugleich alle in die Pflicht nimmt. JA zum VfL !

Aachen hat nach einem schwachen Saisonstart zehn Punkte aus den letzten vier Spielen geholt. Neben einem 0:0 bei Ligaprimus Hertha gab es Siege gegen Frankfurt, Paderborn und Ingolstadt. Die Alemannia liegt nun punktgleich mit dem VfL im Mittelfeld. Mit Liga-Top-Scorer Zoltan Stieber (4 Torem, 4 Assists) und Marco Höger (3 Treffer) ist die Stärke der Printenstätter beschrieben. Auch der Ex-Bochumer Benjamin Auer hat sich zweimal in die Torschützenliste eingetragen.

Für VfL-Trainer Funkel dürfte es vor allem um Mittelfeldpersonalien hinter dem Sturmduo Saglik und Tese gehen. Paul Freier darf wieder mitspielen und so werden die Plätze knapp und die Alternativen groß. Sollte sich Funkel wieder für die Raute entscheiden, könnte Maric dieser zum Opfer fallen und Freier Platz machen. Auch die Schonfrist von Federico dürfte nicht mehr allzu lange anhalten. Toski hinterließ von den Drei in Karlsruhe noch den besten Eindruck. Die Sorgenkinder Mavraj, Yahia und Dabrowski zeigen sich momentan sehr stabil. Die Außenverteidiger Concha und Kopplin hingegen lassen einige Defizite erkennen.

Die Partien VfL Bochum - Alemannia Aachen sind die Tor-Garantien schlechthin. 5,6 Tore im Schnitt gab es in den fünf Aufeinandertreffen in Bochum zu sehen (2:4, 5:0, 5:3, 1:4 und 2:2).

Mein Tipp: VfL Bochum 1848 - Alemannia Aachen 2:0

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Wild im Park!

Nach den Turbulenzen der Jahreshauptversammlung und den wilden Diskussionen in den darauf folgenden Tagen, konzentrieren sich die Bochumer nun wieder auf das sportliche. Dazu gehört die völlig überraschende Vertragsverlängerung von Anthar Yahia bis Sommer 2014. Völlig überraschend vor allem deshalb, weil Yahia im Sommer sehr nachdrücklich betonte, den Verein verlassen zu wollen. Nun wurde also die Kehrtwendung mit Fakten untermauert und ich hoffe, dass Yahia die Stütze in der Abwehr wird, die dort dringend fehlt.
Zwei Testspiele des VfL (0:3 gegen Köln; 7:2 gegen Wülfrath) haben zumindest Mahir Saglik geholfen, sich wieder in den Vordergrund zu spielen. Er dürfte am Samstag in Karlsruhe neben Tese die Offensive des VfL bilden. Ansonsten ist für Trainer Funkel wohl nur die Frage nach einem Erstaz für den gelb-rot-gesperrten Slavo Freier offen. Hier könnte es zu einem Positionswechseln für Federico im offensiven Mittelfeld kommen. Rzatkowski, Toski, Grote und Prokoph dürften ähnliche große Chancen für einen Einsatz haben. Derweil werden auch die Rufe nach Mimoun Azaouagh wieder lauter. Zweifellos hätte er das Potential, die Kreativabteilung des VfL deutlich zu beleben. Aber die Schatten der Vergangenheit liegen trotz guter Auftritte bei der Regionalligatruppe noch über ihm und Funkel wird ihn sicherlich nicht ohne Mannschaftstraining bringen. Er bleibt also wohl maximal nur eine Perspektive für die Rückrunde. Eventuell steht Maric noch zur Disposition, das konnte man zwischen den Zeilen lesen, denn Johansson scheint sich als Alternative derzeit aufzudrängen.

Der KSC ist ein Gegner, mit dem der VfL schon 45 mal die Klingen kreuzte und dabei 19 mal siegte, bei 13 Niederlagen. Beim letzten der 5 Auswärtssiege trafen im Mai 2008 Azaouagh, Dabrowski und Sestak. In der Folgesaison verlor der VfL 0:1.

Der KSC liegt derzeit einen Platz (12) und einen Punkt (8) hinter Bochum. Auch in Sachen Vereinsunruhe liegen die beiden Vereine eng ebeieinander. In Baden regiert ein Notpräsidium mit dem Bundestagsabgeordneten Ingo Wellenreuther. Die vorherige Vereinsführung ist durch Rücktritt einer Abwahl zuvor gekommen... Nach nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen und der Verletzung von Sebastian Langkamp stehen die Sterne in Karlsruhe nicht gerade günstig. 17 Gegentore, davon 5 in Cottbus und je 4 bei der Hertha und in Fürth, zeigen die Schwächen. Dem stehen 12 geschossene Tore (5 gegen Cottbus) gegenüber.

Mein Tipp: Karlsruher SC - VfL Bochum 0:3

Montag, 11. Oktober 2010

Montags in Berlin

Viel ärgerlicher kann es nicht werden. Die beiden Auswärtsspiele des VfL in Berlin wurden beide auf Montag-Abend terminiert. Anstatt ein schönes Wochenende heißt es nun Urlaub nehmen oder Fernsehen...
Nichts wie raus aus der Liga!


12. Spieltag
Montag, 15. November 2010, 20.15 Uhr
Hertha BSC Berlin – VfL Bochum 1848

13. Spieltag (geändert!)
Samstag, 20. November 2010, 13.00 Uhr
VfL Bochum 1848 – FC Ingolstadt

14. Spieltag
Freitag, 26. November 2010, 18.00 Uhr
VfL Bochum 1848 – SC Paderborn

15. Spieltag
Montag, 06. Dezember 2010, 20.15 Uhr
1. FC Union Berlin – VfL Bochum 1848

16. Spieltag
Sonntag, 12. Dezember 2010, 13.30 Uhr
VfL Bochum 1848 – VfL Osnabrück

17. Spieltag
Freitag, 17. Dezember 2010, 18.00 Uhr
MSV Duisburg – VfL Bochum 1848

Freitag, 8. Oktober 2010

Hätte Herr Wulff mal lieber mit Herrn Altintop gesprochen

Da hat sich unser aller Bundespräsident zwei schöne Termine ausgesucht, um sich Ecken und Kanten zu geben und den Sarrazin-Fluch-der-ersten-Tat zu vertreiben. Seine erst große Rede am Tag der Deutschen Einheit und die Verleihung von hohen Auszeichnungen an die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Seine Botschaften bei beiden Terminen: Der Islam gehört zu Deutschland, die Deutsche Nationalmannschaft ist ein Beleg für gelungene Integration. So weit so gut. Die Reflexe der CSU und der katholischen Kirche waren einkalkuliert und dürften ihm in der Summe mehr Nutzen als Schaden. Es würde auch nicht wundern, wenn der Bundespräsident noch erklärt, heute Abend schlagen zwei Herzen in seiner Brust...

Nicht einkalkuliert haben dürfte er aber die Aussagen des türkischen National- und Bundesligaspielers Hamil Altintop (zitiert z.B. im Reviersport). Der kommt direkt zur Sache und erklärt vor allem mit Blick auf Mesut Özil: "Ich weiß, dass es heute einfach um die Perspektive geht, um die Frage: Bei welchem Verband kann ich mehr erreichen, wo kann ich mich besser entwickeln? Fußball ist manchmal eine Herzensangelegenheit, aber viel öfter ein Business".

Na hallo, könnte das vielleicht auch ein Grund dafür sein, dass beim Abspielen der Nationalmannschaft ein Teil der "Integrationsvorbilder" nicht mitsingt oder Koranverse betet? - Da muss natürlich der momentane Kapitän der Nationalmannschaft politisch korrekt verlauten lassen: "Die Nationalmannschaft ist ein Sinnbild der Gesellschaft". Gleichzeitig räumte Philipp Lahm ein, dass ein Miteinander von Spielern verschiedener Herkunft im Nationalteam unter besonders günstigen Voraussetzungen zustande kommt: "Man darf nicht vergessen, wir alle sind auf gleichem sozialen Stand." Und das ist kein schlechter. Zumal die Großverdiener und die Fußballnationalspieler naturgemäß tendenziell kosmopolitisch sein müssen, wechseln sie doch ihre Arbeitsplätze zumindest in Europa und haben wechselnde Arbeitskollegen aus allen Ländern dieser Welt.

Die traditionellen Grillfeiern der Familien unserer Nationalspieler, die wor vor jedem Länderspiel eingeblendet bekommen, wären ein Beispiel für Integration. Die Nationalmannschaft selber hingegen nicht. Und deshalb sollte man da auch nichts hineininterpretieren, nur weil es sich so toll anfühlt.

Deshalb sei noch einmal Hamil Altintop zitiert, der ein glaubwürdiges Beispiel für gelebte Integration ist: "Ich bin Deutschland sehr, sehr dankbar, ich habe hier sehr viel gelernt und sehr viele Chancen bekommen. Aber meine Mama kommt aus der Türkei, mein Vater kommt aus der Türkei, ich bin Türke."

Donnerstag, 7. Oktober 2010

VfL - Verdammt fiese Lage

Ein paar Tage sind vergangen nach der historischen Jahreshauptversammlung. Erstem Schweigen auf der einen Seite (Vereinsführung) standen wilde Diskussionen auf der anderen Seite (in den Internetforen) gegenüber. Dort ging es sehr hoch her. Sehr vernünftige Beiträge standen jedoch einer Übermacht an wüsten Beschimpfungen gegenüber. Jetzt ist es an der Zeit durchzuatmen und nach vorne zu schauen.

Eine kleine Ergänzung zu der Pöbel-Überschrift meines letzten Eintrags. Es war selbstverstänlich nicht gemeint, dass alle, die gegen die Entlastung gestimmt und Werner Altegoer absetzten wolltem, "Pöbel" sind. - Meine Aussage war, dass sich am Ende wohl nur der "Pöbel" als Sieger fühlen konnte. Denn weder die alten Verantwortlichen, noch die drei neuen AR-Mitglieder, noch die Initiativen, noch die Mitglieder, die den VfL schnell auf einen besseren Weg bringen wollten, konnten mit dem letztendlichen Ergebnis zufrieden sein.

Werner Altegoer hat zunächst den wichtigen Schritt gemacht und erklärt, er stehe (gemeinsam mit Heinz Hossiep, Horst Christopeit und Klaus-Peter Schütt) bis zur Neuwahl des Aufsichtsrates weiter bereit, um den Verein nicht führungslos werden zu lassen. Klaus-Peter Schütt soll sogar seinen Rücktritt komplett zurückgezogen haben.

Der frisch in den Aufsichtsrat berufene Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Wilmert lies erklären, er bleibe im Aufsichtsrat. EnBW-Manager Hans-Peter Villis hingegen möchte noch Bedenkzeit haben. Frank Goosen will ebenfalls Verantwortung übernehmen. Von Fan-Vertreter Axel Treffner war nichts zu vernehmen. Wahrscheinlich bleibt er dem Gremium auch erst einmal erhalten. Wilmert galt und gilt als Kandidat auf die Nachfolge von Werner Altegoer, wobei seine Einarbeitungszeit nun möglicherweise kürzer ist als geplant.

Daraus zeichnet sich meines Erachtens nach die Strategie für die nächsten Wochen ab. Villis, Wilmert und Goosen suchen mindestens zwei weitere Kandidaten für den Aufsichtsrat. Die Mitgliederversammlung wählt diesen Block. Danach ist Zeit, um satzungsgemäß weitere Kandidaten in den Aufsichtsrat zu berufen. Wenn Ruhe in den Verein einkehrt, dürfte auch die Bereitschaft steigen, sich zu engagieren.

Wichtig wird sein, dass sich die Fans und Mitglieder nun auf konstruktive Unterstützung konzentrieren und diese auch vom neuen Aufsichtsrat angenommen wird. Die von Werner Altegoer eingeleiteten Reformen müssen unbedingt weitergeführt werden. Konkret sind dies vor allem die Satzungskommission sowie eine intensivere Kommunikation u.a. durch offene Diskussionabene und themenbezogene Arbeitgruppen. "Wir sind VfL" haben sich viel Anerkennung erarbeitet und sollte auch weiterhin aktiv und gestaltend mitwirken. Es sollte unbedingt eine breite Unterstützung der Initiative von Seiten der Mitglieder und Fans geben.

Insgesamt rückt jetzt natürlich die weitere sportliche Entwicklung in den Mittelpunkt. Wenn die Mannschaft endlich zusammenwächst und ihr Potential abruft, dann sollte sie in die Erfolgsspur kommen und in das Aufstiegsrennen eingreifen können. Wenn es bei dem erfolglosen, unansehnlichen Rumpelfußball bleibt, dann droht dem VfL die endgültige Abkehr vieler Zuschauer und wahrscheinlich der Beginn einer langen, langen Durststrecke. Auch Thomas Ernsts Schicksal dürfte mit den Ergebnissen der nächsten Wochen eng verknüpft sein. Wenn sich nichts bessert muss der Aufsichtsrat reagieren und da kann nur Thomas Ernst das Opfer sein. Möglich, dass zur Winterpause nicht nur zwei neue Spieler (Innenverteidigung und defensives Mittelfeld) sondern auch ein neuer Vorstand Sport geholt werden müssen.

Die Mannschaft hat die große Chance durch einen Sieg in Karlsruhe und einen leidenschaftlichen Auftritt gegen Aachen die VfL-Gemeinde wieder zurück zu gewinnen. Sollten sich bis dahin die Konturen eines neuen Aufsichtsrates abzeichnen könnte tatsächlich eine Aufbruchstimmung erzeugt werden und auch die Narben der JHV schneller verheilen, als viele jetzt glauben.

Bleibt nur die Frage, ob ein bisschen zu viel Konjunktiv in meinen Überlegungen ist...

Dienstag, 5. Oktober 2010

Der Pöbel hat gewonnen - Quo vadis VfL ?

Passend zum sportlichen Niedergang haben die Mitglieder des VfL Bochum Werner Altegoer und Teile des Aufsichtsrates gestern erfolgreich zum Rücktritt gedrängt. Der VfL steht damit zunächst einmal vor einer ungewissen Zukunft, denn sollten die angekündigten Rücktritte von Werner Altegoer, Horst Christopeit, Heinz Hossiep, Volker Goldmann und Ged Kirchhoff wirksam werden, hat der VfL satzungsgemäß keinen handlungsfähigen Aufsichtsrat mehr. (Der letzte Satz wurde korrigiert. Zunächst stand hier Vorstand statt Aufsichtsrat. Mein Fehler.)

So war es auch nicht verwunderlich, dass der gestern in den Aufsichtsrat gewählte Frank Goosen sichtlich verunsichert war, ob und wie es denn nun weitergeht.

Der Beginn der Veranstaltung deutet schon Ungemach an. Eine 200 Meter lange Schlange vor dem Eingang führte dazu, dass die Versammlung erst mit 30-minütiger Verspätung beginnen konnte. 669 Mitglieder waren anwesend. Der Raum überfüllt. Die Männer-, Frauen- und Jugendmannschaften wurden wegen Platzmangel wieder nach Hause geschickt. Für mich vollkommen undenkbar, angestellte Mitglieder des Vereines von der JHV auszuschliesßen. Zumal es im Moment besonders wichtig gewesen wäre, wenn die Spieler den Unmut der Mitglieder über die fünf Stunden zu spüren bekommen hätten. Hätte vielleicht mal gut getan.

Insgesamt war die gesamte Durchführung der Versammlung dilettantisch und unprofessionell. Das fing schon damit an, dass Werner Altegoer die Veranstaltung selber leitete. In der angespannten Situation und der bekannten massiven Kritik an seiner Person hätte jemand anderes durch eine kluge Versammlungsleitung viele Konflikte vermeiden können. Werner Altegoer wirkt sodann auch sichtlich angeschlagen. Man musste wirklich Angst um seinen Gesundheitszustand haben. Einen sehr unglücklichen Auftritt lieferte dann auch Christof Wiechmann ab, der Ehrenratsmitglied und für die juristischen Feinheiten zuständig ist. Seine zum Teil falschen Interventionen verschärften die Stimmung noch.

Thomas Ernst brauchte nicht betonen, dass er keine Mischung aus Thomas Gottschalk und Rudi Völler ist. Sein Vortrag blieb blass und rhetorisch dürftig. Es fehlten klare Worte zu Fehlentscheidungen und klare Aussagen zu notwendigen Veränderungen. Ansgar Schwenken hatte leichtes Spiel, konnte er doch eine komplette Entschuldung des Vereines im vergangenen Geschäftsjahr präsentieren. Seine lockeren Sprüche schienen jedoch fehl am Platze. Für diese Saison ist eine Unterdeckung von rund 2,6 Mio. Euro eingeplant.

Der Bericht von Werner Altegoer fand wenig Anklang. Zu festgefahren waren die Meinungen bei den Mitgliedern. Dabei hatte durchaus etwas zu berichten, was viele Grundforderungen der Fans aufgriff: Eine Satzungskommission wurde eingesetzt, in der Mitglieder der Fan-Initiative sind, zusätzliche Arbeitsgruppen zu speziellen Themen unter Einbeziehung der Fans sollen einberufen werden, eine offene Fan-Veranstaltung zur Diskussion aller gewünschten Themen soll im Frühjahr stattfinden, etc. Nicht zuletzt durch den Vorschlag, Frank Goosen in den Aufsichtsrat zu wählen und die Präsentation von zwei hochkarätigen neuen Aufsichtsratsmitgliedern Hans-Peter Villis (52, Vorstandsvorsitzender EnBW) und Bernd Wilmert (58, kfm. Geschäftsführer Stadtwerke Bochum) musste deutlich werden, dass Werner Altegoer durchaus bereit für Veränderungen ist und Vorkehrungen trifft, um bei der nächsten Wahl zum Aufsichtsrat den Platz frei zu machen.

Um es deutlich zu sagen: Der Pöbel aber wollte Krawall um den Krawall willen. Ohne auch nur einen konstruktiven inhaltlichen oder personellen Vorschlag zu haben, sollte Werner Altegoer vergrault werden. Immerhin ein Mann, der den VfL 17 Jahre ehrenamtlich geführt hat.

Als Ventil des Unmutes musste wieder einmal die Entlastung herhalten. Eine Verweigerung der Entlastung sollte nur dann erfolgen, wenn dem Aufsichtsrat (oder dem Vorstand) grobe Pflichtverletzung oder Unfähigkeit zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung unterstellt wird. Dafür gab es natürlich keine Anhaltspunkte. Und so darf es nicht verwundern, wenn seriös lebende und arbeitende Geschäftsleute es als Ehrabschneiden empfinden, mit einem solchen Ergebnis konfrontiert zu werden. Der Pöbel rief "kreuzigt ihn" und ihr Blutdurst wurde gestillt.
Die Abstimmungen zur Entlastung von Vorstand und besonders Aufsichtsrat war in allen Belangen ein Desaster. Bei der Abstimmung wurden die Enthaltungen und die Nein-Stimmen gezählt. Die Differenz zur Zahl der Stimmberechtigten wurde dann als Ja-Stimmen gewertet. Hierbei gab es ein Verhältnis von 358 zu 257. Einige Mitglieder forderten lautstark eine konkrete Auszählung und Erfassung der tatsächlichen Ja-Stimmen. Nach dem ebenfalls dilettantischen Vorgehen bei der Diskussion wurde dann neu ausgezählt und 309 Nein-Stimmen standen 230 Ja-Stimmen gegenüber. Daraufhin erklärte Werner Altegoer seinen Rücktritt. Hier hätte Christof Wiechmann frühzeitig, spätestens aber bei der zweiten Abstimmung, deutlich machen müssen, wofür die Entlastung steht und was sie bedeutet.

Eine Peinlichkeit Sondergleichen war noch der Auftritt von Ottokar Wüst, der nur mit seinem betagten Alter zu entschuldigen ist. Das er für seine wirren Ausführungen noch Applaus bekam unterstreicht die Gesamtsituation.

Bei der Wahl für den Wahlausschuss bekam die Fan-Vertreterin Kerstin Kliß die drittmeisten Stimmen und wurde in das Gremium gewählt. Sämtliche Anträge zu Satzungsänderungen (auch die von "Wir sind VfL") wurden als unzulässig erklärt, weil sie den Mitgliedern nicht vor der Versammlung mitgeteilt wurden. Eine weitere Peinlichkeit an diesem Abend.

So ging die Versammlung treffend um kurz vor Zwölf auseinander. Keiner weiß nun so richtig wie es personell weitergeht. Bestenfalls findet sich aus dem Kreis der verbliebenen bzw. neuen Aufsichtsratsmitgliedern jemand, der das Ruder übernimmt, die Veränderungen weiterführt und die Lager eint. Schlimmstenfalls ereilt den VfL das Schicksal anderer Vereine, die führungs- und konzeptionslos vor die Hunde gehen. Ansgar Schwenken dürfte den Verein bald verlassen wollen, Thomas Ernst wird das erste Opfer der neuen Vereinsführung sein müssen. Klar erwähnt werden muss, dass die Vereinsführungen mit ihrem Auftreten gestern gezeigt hat, dass sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Das Vorgehen war ungeschickt, die angestrebten Veränderungen wurden nicht deutlich und glaubwürdig genug vermittelt.

Uns erwartet nun ein neuer VfL Bochum. So oder so. Was gestern ablief, war eine Schande, absolut unwürdig und wird dem Verein noch lange anhängen. Das war provinzielle Schmierenkomödie nach Gelsenkirchener Art. "Der Verein stirbt langsam" sagte ein Mitglied. Gestern starb er ein Stück schneller.

Weitere Links: Fantastic Supporters, Westline, WAZ, VfL, Pottblog

Sonntag, 3. Oktober 2010

Premiere misslungen!

Ich hätte es ahnen müssen. Bereits vor dem Spiel schaute Nils skeptisch drein. Am Ende noch viel mehr. Seine Premiere im Ruhrstadion endete 0:2. Verloren und noch nicht mal ein Tor gesehen. Das war zwar besser als mein VfL-Debüt vor gut 33 Jahren (1:6 in Köln), aber so richtig tröstet das auch nicht.
Der VfL bot spielerisch viel zu wenig. Keine Einfälle, keine Initialzündungen, keine Kreativität. Einzig Luthe, Freier (bis zu seinem Platzverweis) und Tese waren ordentlich. Das ist zu wenig und wer glaubte hatte, nach den beiden Siegen gegen die Schlusslichter Bielefeld und Düsseldorf würde sich die Mannschaft weiter entwickeln, der sieht sich getäuscht. Was jetzt kommt, will ich mir gar nicht so richtig vorstellen. Eine lange Durststrecke in der Zweiten Liga, räudiges Herbst- und Winterwetter, 8.000 Zuschauer und wenig, wenig Hoffnung auf Besserung.

Freitag, 1. Oktober 2010

Jahreshauptversammlung beim VfL - Die Basis versucht's mit Demokratie

Am kommenden Montag (4.10) ist Jahreshauptversammlung beim VfL Bochum. Und erstmals dürfte es so richtig spannend zugehen, nachdem bei der letzten Versammlung nur relativ wenige Mitglieder durch Verweigerung der Entlastung des Aufsichtsrates ihrem Unmut Luft gemacht haben. - Wie berichtet haben sich im Sommer verschiedene Initiativen gefunden, um dem offensichtlichen Niedergang des Vereines entgegenzuwirken. Für viele überraschend ist diesen weder die Luft noch der Rückhalt ausgegangen. Ganz im Gegenteil, die Vereinsführung hat das Gespräch mit diesen Gruppen und Personen gesucht und ihnen durchaus die Hand gereicht um konstruktive Ansätze und Überlegungen aufzunehmen. Es dürften aus meiner Sicht nicht nur taktische Gründe von Werner Altegoer gewesen sein. Ich bin davon überzeugt, dass er in der Tat bereit ist Anregungen aufzunehmen und Veränderungen mit zu tragen. Gleichwohl treffen hier auch "Generationen" aufeinander. Werner Altegoers Lebensweg, seine berufliche Entwicklung und seine Art von Vereinsführung entsprechen sicherlich nicht dem, was man heutzutage modern nennt. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass sich der VfL im Vergleich zu vielen, vielen anderen Vereinen mit ähnlichen Voraussetzungen gut gehalten und geschlagen hat. Auch wenn es derzeit schlecht läuft und zweifellos Fehler gemacht wurden, hat es der VfL immer noch besser gemacht als Bielefeld, Saarbrücken, Mannheim, Essen, Düsseldorf, 1860, usw. Einzig Mainz, Freiburg und St. Pauli kann ich eine ähnliche gute und solide Entwicklung bescheinigen wie dem VfL. Das darf nicht vergessen werden und man sollte bei aller Kritik und allem Ärger den Respekt vor den Personen nicht verlieren, die viele Jahre ehrenamtlich viel Arbeit und Herzblut in unserem VfL gesteckt haben.

Frank Goosen, der sich einerseits sehr massiv gegen die aktuelle Entwicklung ausgesprochen hat, andererseits regelmäßig in der Stadionzeitung seine Kolumne schreibt, hat sich bereit erklärt für den Aufsichtsrat zu kandidieren. Eine mutige Entscheidung von ihm, ebenso mutig ist es aber auch, ihn zur Wahl vorzuschlagen. Diese dürfte ein Selbstläufer werden und wir dürfen gespannt sein, ob sich dadurch Denken und Handeln in der Vereinsführung ändern werden.
Immerhin kann man bereits feststellen, dass sich in Punkto Kommunikation einiges verbessert hat. Sonderinfos für die Mitglieder und ausführliche Berichte über Gremien, Personen und Arbeit der Vereinsführung in der Stadionzeitung inbegriffen.

Des weiteren gibt es drei konkrete Anträge der Fan-Initiativen "Wir sind VfL" und "Klartext 1848", die ich hier im Wortlaut wiedergebe:

Antrag 1: Einrichtung einer Satzungskommission
Die Jahreshauptversammlung des VfL Bochum 1848 möge beschließen:

Der VfL Bochum 1848 setzt eine Satzungskommission ein, die den Auftrag erhält, der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung im Jahr 2011 beschlussfähige und juristisch tragfähige Vorschläge für eine Überarbeitung der Satzung des VfL Bochum zu unterbreiten.

Die Satzungskommission soll unter anderem die folgenden Ziele bei ihrer Arbeit berücksichtigen:
- Die Mitgliederversammlung soll einen direkteren Einfluss auf die Zusammensetzung des Aufsichtsrates erhalten.
- Dem Aufsichtsrat soll ein stimmberechtigtes Mitglied aus dem Kreis der organisierten Fanclubs angehören.
- Die Schaffung transparenter und offener Wahlverfahren für alle Organe des Vereins.

Die Kommission kann diesen Katalog um weitere Zielsetzungen ergänzen.

Die Zusammensetzung der Kommission ist wie folgt:
- Drei vom Aufsichtsrat zu bestimmende Vertreter/innen aus Reihen der weiteren offiziellen Organe des Vereins
- Drei Vertreter/innen aus der Mitte der Jahreshauptversammlung

Zu den Vorschlägen, bei denen innerhalb der Kommission keine Einigkeit erzielt werden kann, sind der Mitgliederversammlung alternative Varianten vorzuschlagen.

Bei Annahme dieses Antrags sind die Vertreter/innen aus der Mitte der Mitgliederversammlung im Anschluss zu wählen.

Begründung:
Die Satzungsdiskussion der zurückliegenden Monate soll in einer Satzungskommission des Vereins fortgeführt werden. Die notwendig
en Satzungsänderungen sollen von Mitgliedern des Vereins sowie von Vertretern aus den gewählten Gremien des Vereins auf Augenhöhe erarbeitet und der ordentlichen Mitgliederversammlung im Jahr 2011 vorgelegt werden.
Eine weitere Begründung erfolgt mündlich.

Antrag 2: Umsetzung des Leitbildes in sportlicher Hinsicht
Die Jahreshauptversammlung des VfL Bochum 1848 möge beschließen:

Der VfL Bochum hat sich im Jahr 2007 als erster Profifußballverein ein Leitbild gegeben, um seine Identität nach innen und nach außen zu stärken. Dieses Leitbild hat unverändert seine zentrale Bedeutung für Verein, Mannschaft und Fans.

Allerdings war die Umsetzung dieses Leitbildes „auf dem Platz“ in den letzten Jahren nicht immer erkennbar. Gerade der Wert der „regionalen Identität“ sowie die Werte „Wir sind...unbeugsam ... nah ... professionell ... mitreißend“ entsprachen nicht immer der Zusammensetzung und der Haltung der Mannschaft. Wir wissen aber, dass das Le
itbild zuallererst „auf dem Platz“ gelebt werden muss, wenn es Wirkung entfalten soll.

Die Mitgliederversammlung beauftragt daher den Vorstand des Vereins, ein Konzept zur Umsetzung des Leitbildes zu entwickeln – insbesondere in sportlicher Hinsicht. Dieses soll u.a. eine mittelfristige Strategie für die Nachwuchsarbeit beinhalten. Der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung ist hierüber ein Bericht vorzulegen.

Begründung:
Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft vor allem aus sportlicher Sicht eine große Lücke, wenn es darum geht, das Leitbild in die Tat umzusetzen. Entsprechend wird der Verein beauftragt, der Mitgliederversammlung ein Konzept vorzulegen, um die genannten Ziele und Ideale mit Leben zu füllen. Besonders die Nachwuchsarbeit des VfL soll dabei berücksichtigt werden.
Eine weitere Begründu
ng erfolgt mündlich.

Antrag 3: Stimmrecht des Fan-Vertreters im Aufsichtsrat/Aufstockung der stimmberechtigen Mitglieder des Aufsichtsrates
Die Jahreshauptversammlung des VfL Bochum 1848 möge beschließen:

§ 18 Nr. 1 Satz 1 („Der Aufsichtsrat besteht aus 5, maximal 9 Personen mit Stimmrecht.“)

wird wie folgt geändert:

„Der Aufsichtsrat besteht aus 5, maximal 10 Personen mit Stimmrecht.“

Begründung:
Durch die geplante Nachwahl für das ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglied Dieter Bongert und die Benennung von zwei weiteren Mitgliedern des Aufsichtsrates, gehören diesem Gremium dann neun Personen an (1. Werner Altegoer, 2. Klaus-Peter Schütt, 3. Horst Christopeit, 4. Volker Goldmann, 5. Heinz Hossiep, 6. Gerd Kirchhoff, 7
. Hans-Peter Villis, 8. Bernd Wilmert und 9. Frank Goosen). Damit wären die stimmberechtigten Plätze im Aufsichtsrat belegt bzw. besetzt.
Laut Satzung kann ein Vertreter der eingetragenen Fanclubs weiteres Mitglied des Aufsichtsrates sein. Diese Position ist mit Axel Treffner besetzt, der aufgrund der Aufstockung des Aufsichtsrates als zehnte Person allerdings kein stimmberechtigtes Mitglied dieses Gremiums mehr wäre. Um diese Satzungslücke zu schließen und zu gewährleisten, dass der Fan-Vertreter im Aufsichtsrat auch weiterhin Stimmrecht genießt, wird die Anzahl der stimmberechtigten Aufsichtsratsmitglieder um eine Person ergänzt.
Eine weitere Begründung erfolgt mündlich.

Zudem wird zur Wahl des Wahlausschusses eine eigene Kandidatin vorgeschlagen, was auch in der aktuellen Stadionzeitung bekannt gegeben wurde:
Kerstin Kliß vom Fanclub „Blau-weißer Klüngel“ kandidiert
Wie der Ein
ladung zur Jahreshauptversammlung entnommen werden kann, wird an diesem Abend ein neuer Wahlausschuss gewählt. Dieser hat nach der aktuellen Satzung die Aufgabe, der Mitgliederversammlung geeignete Kandidaten für die Wahl des Aufsichtsrates vorzuschlagen. Obgleich die Neuwahl des Aufsichtsrates erst im Jahr 2012 auf der Tagesordnung steht, werden mit der nun anstehenden Wahl des Wahlausschusses die ersten Weichen für die anstehenden Personalentscheidungen gestellt.
Um überhaupt in den Wahlausschuss gewählt werden zu können, müssen etwaige KandidatInnen mindestens 40 Jahre jung und mindestens fünf Jahre Mitglied des VfL Bochum 1848 sein.
Wir freuen uns, mit Kerstin Kliß eine Person aus dem Kreise der Fans gefunden zu haben, die diese Voraussetzungen erfüllt und die sich vor allem bereit erklärt hat, sich dieser Wahl am 4. Oktober zu stellen.

Hier eine kurze Vorstellung von Kerstin:
„Ich heiße Kerstin Kliß, bin in Bochum geboren und aufgewachsen und habe mein Studium als Diplom-Sozialpädagogin abgeschlossen. Inzwischen lebe ich in Köln, wo ich auch im Versicherungswesen (Auslandsrückholdienst) arbeite. Doch auch in Köln hat mich meine Verbundenheit zu unserem VfL nicht losgelassen und habe daher mit einigen Bochumer Exilanten den Fanclub "Blau-weißer Klüngel" gegründet, in dem ich immer noch aktiv bin.
Seit 16 Jahren besitze ich eine Dauerkarte und bin seit neun Jahren Mitglied im VfL Bochum. Bei jedem Heimspiel bin ich in der Ostkurve in Block P links zu finden und fahre zudem regelmäßig zu den Auswärtsspielen.
Ich kandidiere für den Wahlausschuss, um in dieses Vereinsorgan eine "Stimme aus der Kurve" hineinzutragen. Es ist an der Zeit, dass diese Stimme in den Organen des Vereins mehr als bisher Gehör findet. Diese Stimme möchte ich im Wahlausschuss sein und bitte euch daher um eure Unterstützung bei der Wahl zum Wahlausschuss. - Vielen Dank!“


Ich muss ein ausdrückliches Kompliment und meine Anerkennung aussprechen, dass es gelungen ist, über die Zeit so konstruktiv und zielgerichtet zu arbeiten. Zwei Fan-Konferenzen und zahllose Gespräche mit Einzelpersonen, Gruppierungen, Medien ist eine Herkulesaufgabe, die kaum zu stemmen ist. Man merkt deutlich, dass hier Personen am Werk sind, denen es um den Verein und nicht um sich selbst geht. Und dass diese Personen auch in der Lage sind konzeptionell, sachlich und fair zu arbeiten.

Ich bin sehr gespannt auf die Versammlung und sehe in den sinnvollen, abgewogenen und sachlichen Anträgen einen Gradmesser, ob die Fans des VfL
und der Verein wieder zusammenfinden. Es wäre zu wünschen und es wäre mehr als nur ein Signal.

Ich werde daher alle drei Anträge sowie die Kandidatur von Kerstin unterstützen und rufe alle Mitglieder auf, zur JHV zu kommen und die Initiativen zu unterstützen. Hier kann etwas Besonderes entstehen. Wir sollten die Chance nutzen.