Sonntag, 30. Mai 2010

Bochumer Wiederstandsbewegungen auf allen Kanälen

Die Unzufriedenheit im Umfeld des VfL Bochum sucht sich verschiedene Kanäle, um zum Teil möglichst deutlich, zum Teil möglichst gewalt(ät)ig und zum geringen Teil sachlich und konstruktiv weitere Betroffene zu erreichen und vielleicht etwas zu ändern. 18:48 hat sich diese Kanäle einmal angeschaut:

Kanal 1: Der Schlagzeilen-Kanal
Beim letzten Heimspiel gegen Hannover blitzen gewalttätige Aktionen auf, die den Frust der Fans zeigen sollten. Natürlich eingefangen von den speziellen Medien bleibt diesen Aktionen aber nichts Positives nach. Vielmehr führen diese und die Pyro-Aktionen der Ultras, zu nicht unerheblichen Strafen Seitens des DFB und zur Gefährdung und Verärgerung der anderen VfL-Fans führen. Sie führen nicht zu einer Verbesserung der Situation sondern verhindern einen Schulterschluss der Anhängerschaft. Daher das Prädikat: Hirn- und Sinnlos.

Kanal 2: Der orginelle Kanal

Auch auf das Konto der Ultras gehen Aktionen beim Training des VfL, die der Mannschaft deutlich machen sollten, um was und wen es hier geht. Leider verstand die Mannschaft (in Gesamtheit) es nicht, diesen verzweifelten Liebesbeweis zurückzugeben. So dürften auch die vereinzelten "ERNST RAUS"-Plakate an Bochumer Brücken ebenfalls originelle Hingucker sein und das Thema im Bewusstsein halten. Prädikat: Einfallsreich.


Kanal 3: Der Foren-Kanal

Unfassbare Ergüsse geistigen Mülls ergießen sich derzeit im VfL-Forum von westline. Die Titel der Themen ("Weiteres Armutszeugnis für Ernst", "Sportvorstand oder wie immer man das nennen will", "Umfrage: Wer kommt noch weiter zum VfL", "Die wahre Zukunftsstrategie des VfL", "Schnäppchen für Ernst ;-)", "gewöhnt euch schon mal dran", Ernst muss weg",...) lassen erahnen, was drin steckt, aber es ist in Wirklichkeit noch viel schlimmer. Einzelne sehr aktive Personen, die quasi die potenzierte Antwort auf die Ossi-Motzkis sind, fällt nahezu stündlich was Neues ein, um Thomas Ernst, Werner Altegoer, Friedhelm Funkel oder gleich alle mit Gülle zu überschütten. Sie mögen zwar gelegentlich die Stammtischhoheit gewinnen, aber mehr auch nicht. Prädikat: Kinderspielzeug, geeignet im Alter von 6 bis 16 Jahren.


Kanal 4: Der Promi-Kanal

Zumindest zwei über die Fan-Szene und die Stadtgrenzen bekannte Bochumer Anhänger haben sich nach dem Abstieg öffentlich geäußert. Ben Redelings und Frank Goosen fordern in deutlichen Worten Veränderungen im Verein. Das ist sehr mutig. Leider fehlen jetzt noch die VfL-Fan-Promis drei bis elf, die mit ähnlichen Veröffentlichungen den Druck auf dem Kessel und die Diskussionen am kochen halten. Es ist zu hoffen, dass die beiden auch die weitere Entwicklung begleiten, sich weiter zu Wort melden und sich nach Möglichkeit einsetzen und ihre Bekanntheit und Kontakte nutzen, um konstruktiv positive Veränderungen zu erreichen. Prädikat: Unverzichtbar


Kanal 5: Der Sozialpädagogische 68er-Kanal

Der Im Februar 2009 gegründete Fan-Club "Klartext 1848" schreibt über sich: "Unser Ziel ist es offen und klar auf Missstände hinzuweisen, die sich in unseren Augen bei unserem VfL Bochum 1848 auftun." Also eine eher unklassische Fan-Club Motivation. Und so lesen sich die manifestierten Forderungen der Klartext-Truppe dann auch als eine recht willkürliche und teilweise unkonkrete Auflistung von selbstempfundenen Fehlern im System:

1. Erarbeitung eines Konzeptes zur Vorlage bei der nächsten JHV. Dieses Konzept soll folgende Punkte enthalten:
- Änderung der Satzung betreffend der Aufsichtsratswahlen.
- Forderung nach einem klaren Konzept für Jugendarbeite.
- Aufbau eines effektiven Scoutingsystems.
- Umstrukturierung der Presseabteilung und damit eine Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit.
- Verbesserung der Kommunikation mit den Fans.
- Erweiterung der Kompetenzen des Vorstandes.

2. Bildung einer Oppositionsbasis im Bereich der Mitglieder des VfL.

3. Aufbau von Druck auf den Aufsichtsrat, um möglichst schnell eine Alternative für den Vorstand Sport zu finden.

4. Aufbau eines Kreises von Kandidaten für den Aufsichtsrat.

5. Schaffung einer eigenen Identität VfL Bochum.

6. Offenlegung der Lizenzsierungsunterlagen DFB/DFL, denn es kann nicht sein, dass andere Vereine immer mehr Schulden aufbauen, ohne dabei Konsequenzen fürchten zu müssen, während uns angeblich völlig die Hände gebunden sind.


Im ihren Wake-up-Newslettern analysieren die Klartextler dann u.a. auch: "Es muss versucht werden finanzkräftigere Partner für den Verein zu gewinnen." und ganz erleuchtet "Der jetzige Aufsichtsrat verfügt über zu wenig sportliche Kompetenz. Bis auf Herrn Goldmann sollte da bei den nächsten Wahlen niemand mehr berücksichtigt werden." Das klingt alles nach UNI-Vollversammlung und 68-er Weltverbesserungsdiskussionsrunden. Es wird sich nicht auf das Wesentliche konzentriert und es steht zu befürchten, dass die Diskussionsrunde am 4. Juni auch nicht viel weiterführen wird. Prädikat: Gut, dass wir drüber gesprochen haben.

Kanal 6: Der Sammelkanal

Schon rund 200 Personen (u.a. Ben Redeling und Uwe Fellensieck) und Gruppen haben sich der Initiative "Wir sind VfL" angeschlossen und ein entsprechendes Manifest unterzeichnet:

Unsere Initiative vertritt fünf Punkte für einen neuen VfL:

1. Wir fordern alle VfL-Fans auf, Mitglied des Vereins zu werden (Download der Beitrittserklärung). Die Mitgliederversammlung muss ein breiteres Spektrum der Bochumer Anhängerschaft repräsentieren.

2. Wir wollen eine Öffnung und Demokratisierung der Vereinsstrukturen. Hierzu gehört unter anderem eine Satzungsänderung, die das auf Erhalt bestehender Strukturen angelegte Wahlverfahren aufbricht und die Einzelwahl der Aufsichtsratsmitglieder und seines Vorsitzenden ermöglicht. Wir fordern einen modern denkenden und für Innovationen aufgeschlossenen Aufsichtsrat.

3. Wir fordern den Aufsichtsrat auf, einen neuen Sportvorstand mit den genannten Kompetenzen und Befugnissen einzustellen, der ein klares Konzept für die sportliche Zukunft und zur Umsetzung des „Leitbilds“ erarbeitet.

4. Ein wesentlicher Teil dieses Konzepts muss ein Nachwuchsmodell sein, das dazu führt, dass der VfL in Zukunft mehr junge Talente aus den eigenen Reihen in seine erste Mannschaft integrieren kann.

5. Wir fordern eine offene VfL-Fankonferenz, auf der diese Konzepte vorgestellt und diskutiert werden.


Auch ich unterstütze die Initiative, auch wenn ich Punkt 3 der Forderungen für zu voreilig halte und gerade hier zuvor eine intensivere Befassung mit der Person, der Aufgabe und der Arbeit erwarte (Punkt 5?). Die Medien haben die Aktion ebenfalls wahrgenommen, was für einen Erfolg zweifellos notwendig ist. Bleibt zu hoffen, dass konstruktiv und weiter gearbeitet werden kann, vernünftige Diskussionsrunden und ggf. Arbeitsgruppen nächster Schritte vorbereitet werden und auch ein sachlicher Austausch mit der jetzigen Vereinsführung angestrebt wird. Prädikat: Vielversprechend. Wenn nicht so, wie dann?

Fortsetzung folgt

Freitag, 28. Mai 2010

Die letzte Schlacht des Arminius

Das scheint sie dann gewesen zu sein. Die letzte Schlacht von Hermann bzw. Arminius. Nicht den römischen Legionen muss er sich erwehren sondern einer Übermacht von Schulden und Feinden. Was ihm fehlt sind treue Verbündete. Schon bald wird er im Staube liegen, aus dem er sich so schnell nicht wieder erheben wird.


Nach Medienberichten hat die Bielefelder Kommunalpolitik einen Kredit in Höhe von knapp 5 Mio. Euro an den Verein abgelehnt, da die Stadt ebenfalls ziemlich pleite ist. Die Entscheidung, so tragisch sie für den Fußballverein ist, verdient Anerkennung. Nur die SPD, die es mit fremden Geld eh nicht so genau nimmt, hatte dem Antrag zugestimmt. Dass sich CDU und Grüne ganz unpopulistisch und sehr vernünftig entschieden haben, sollte hoffentlich auch die Kollegen in der Pfalz und Gelsenkirchen ermuntern.


Sollte nicht noch ein Wunder geschehen, dann werden wir auf Arminia Bielefeld lange Zeit verzichten müssen. Das wäre schade, denn der VfL pflegt seit vielen Jahren eine nette Rivalität mit den Ostwestfalen. Zwischen beiden Vereinen gibt es zweifellos Ähnlichkeiten. Vielleicht nutzt Arminia aber die Situation und kommt mit Hilfe seiner Fans und der Wirtschaft entschuldet aus der Insolvenz und kann sich solide wieder nach oben arbeiten. Die Infratsruktur, incl. Stadion, besteht. Ich würd mich freuen bald wieder die Gassenhauer "Ostwestfalen - Idioten" und "Kühe, Schweine, Bielefeld" schmettern zu können. Bis dahin: Hau rein Hermann!

Donnerstag, 27. Mai 2010

Die erste Entscheidung der kommenden Saison naht

Die erste Hauptrunde des DFB-Pokalwettbewerbs 2010/2011 wird am Samstag (5.6.) im Aktuellen Sportstudio ausgelost. Die ZDF-Sendung beginnt um 22.15 Uhr.

Mögliche Gegner des VfL am Wochenende des 13. August können die vier letztplatzierten Mannschaften der 2. Liga:

FSV Frankfurt 1899.svg FSV Frankfurt

Hansa Rostock Logo Neu.svg Hansa Rostock

TuS Koblenz.svg TuS Koblenz

Rot Weiss Ahlen.svg Rot Weiss Ahlen

die vier bestplatzierten Teams der 3. Liga:

Logo Vfl Osnabrueck.svg VfL Osnabrück

Fc erzgebirge aue.svg FC Erzgebirge Aue

FC-Ingolstadt logo.svg FC Ingolstadt 04

Eintracht Braunschweig.svg Eintracht Braunschweig


sowie 24 Vertreter aus den 21 Landesverbänden sein.
  • Baden
SV Sandhausen.svg SV Sandhausen (3L) 2
  • Bayern
SSV Jahn Regensburg.svg SSV Jahn Regensburg (3L)
Wacker Burghausen.svg SV Wacker Burghausen (3L)
  • Berlin
Berlin Ankaraspor (OL)
  • Brandenburg
SV Babelsberg 03 II (RL)
  • Bremen
FC Oberneuland.svg FC Oberneuland (RL)
  • Hamburg
Scvictoria-logo.svg SC Victoria Hamburg (OL)
  • Hessen
Logo Kickers Offenbach.svg Kickers Offenbach (3L)
  • Mecklenburg-Vorpommern
Torgelower SV Greif (OL)
  • Mittelrhein
Sieger aus TSV Germania Windeck (OL) - VfL Alfter (LL) 03.06.10
  • Niederrhein
ETB Schwarz-Weiss Essen Logo.png ETB Schwarz-Weiß Essen (OL)
  • Niedersachsen
SV Wilhelmshaven.svg SV Wilhelmshaven (RL)
Tus heeslingen.png TuS Heeslingen (OL) 3
  • Rheinland
Eintracht Trier (RL)
  • Saarland
SV 07 Elversberg.svg SV Elversberg (RL)
  • Sachsen
Chemnitzer FC.svg Chemnitzer FC (RL)
  • Sachsen-Anhalt
Hallescher FC.svg Hallescher FC (RL)
  • Schleswig-Holstein
VfB Lübeck.svg VfB Lübeck (RL)
  • Südbaden
SC Pfullendorf.svg SC Pfullendorf (RL)
  • Südwest
FK 03 Pirmasens.svg FK 03 Pirmasens (OL)
  • Thüringen
ZFC Meuselwitz Logo.svg ZFC Meuselwitz (RL)
  • Westfalen
SC Preussen Muenster Logo.svg Preußen Münster (RL)
SC Verl.svg SC Verl (RL)
  • Württemberg
Vfraalen.svg VfR Aalen (3L)

Ich wünsche mir Pirmasens, Wilhelmshaven, Essen oder Hamburg.

Quelle: Wikipedia

Und aktuell auch hier bei westline.

Samstag, 22. Mai 2010

Ungewohnte Offenheit beim VfL

Im Moment bläst Thomas Ernst der Wind mächtig ins Gesicht. Die Gründe des Abstiegs des VfL werden ihm vielfach in die Schuhe geschoben. Er wird an seinem Vorgänger Stefan Kuntz gemessen, in den viel Hoffnung gesteckt wurde und dessen Fortgang noch heute geradezu mythisch betrauert wird. Die Entscheidung zunächst an Marcel Koller festzuhalten, die Auswahl von Heiko Herrlich und nicht zuletzt die Kaderzusammenstellung belegen in den einschlägigen Kommentaren die Untauglichkeit des ehemaligen Torwarts. Im Gespann mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Altegoer wird Ernst zum Teufel gewünscht, um so einen Neuanfang beim VfL zu ermöglichen. - So einfach ist die Fußballwelt.

Nun scheint Thomas Ernst die Lage erkannt zu haben und geht verstärkt in die Medienoffensive. In einem ungewohnt offenen Interview mit Vorstandskollegen Ansgar Schwenken und dem jahrelangen VfL-Kenner und Journalisten Günther Pohl, gerne auch als Hofberichterstatter des VfL (Radio Bochum, Reviersport, WAZ) verschrien, erläutert er einige Sachverhalte und sammelt dadurch Punkte.

Ebenfalls bekannt wurden Details der Verträge von Bochumer Spielern. Und hier scheinen die Verantwortlichen bisweilen sehr klug vorgegangen zu sein:
Christian Fuchs, der sich ja schon in der englischem Liga gesehen hat, darf bis zum 31. Mai gehen, wenn er einen Verein findet, der 2 Mio. Ablösesumme zahlt.
Für Mimoun Azaouagh gilt der gleiche Termin und die Hälfte der Ablösesumme.
Stanislav Sestak, Anthar Yahia und Zlatko Dedic haben überhaupt keine Ausstiegsklauseln. Der VfL kann sich also relativ bequem Zurücklehen und der Dinge harren, die da kommen. Die WM mag dabei noch ein Preistreiber sein, sollten die Spieler sich dort (entgegen ihrer Leistung in der Bundesliga) noch beliebt machen.

Zudem bildet sich ein Kern an Spielern heraus, die ein sportliches und charakterliches Grundgerüst für die Aufstiegssaison bilden können: Maltritz, Dabrowski, Freier, Bönig, Maric und Heerwagen. Auch wenn sie teilweise ihre Bundesligatauglichkeit nicht mehr beweisen konnten, sollten sie in der zweiten Liga eine gute Rolle spielen können. Sie passen nach meiner Einschätzung gut zu Friedhelm Funkel.

Doch zurück zu Thomas Ernst. Die Trainerfrage hat er gut gelöst, jetzt hat er noch die Aufgabe zu meistern, den Kader zu formen. Sollten durch ein paar Abgänge (siehe oben) Transfererlöse erzielt werden, die teilweise in den Kader gesteckt werden können, dann kann eine gute Mannschaft mit Perspektive aufgestellt werden. Vielleicht erarbeitet Thomas Ernst sich damit eine zweite Chance beim VfL. Die hat er nach meiner Meinung auch verdient, denn die Geradlinigkeit bei den letzten Verhandlungen, wo Gespräche mit Spielern abgebrochen wurden, weil plötzlich neue Forderungen aufgemacht wurden, ist richtig. Und auch die letzten Verpflichtungen von Maric, Holtby und Dedic waren grundsätzlich gut.

Freitag, 21. Mai 2010

Der Funkel springt über!

Das ist er nun. Der neue Aufstiegstrainer des VfL Bochum. Vorschusslorbeeren sehen anders aus, als das, was im Westline-Forum des VfL zu lesen war. Aber da trollen sich sowieso überdurchschnittlich viele Pessimisten und Nörgler.
Vor dem Hintergrund der Erfahrungen der letzten Saison, der Liste arbeitsuchender Fußballtrainer und der realistischen Einschätzung der Attraktivität des Arbeitgebers ist Friedhelm Funkel eine logische Lösung.

Was der VfL auf jeden Fall braucht, ist ein Trainer der von Beginn an respektiert wird und der Autorität besitzt. In dem Bewusstsein der vollen Rückendeckung durch Vorstand und Aufsichtsrat sollen die Spieler noch nicht einmal mit dem Gedanken zu spielen, den Trainer so rauszumobben, wie sie es bei Herrlich geschafft haben. Sowohl über Funkels Umgangsformen als auch über seine Durchsetzungskraft hat man bisher nicht viel Negatives hören können. Das passt also.

Funkel hat bisher wenige Vereine trainiert, keine mit Geld und Stars gesegneten Teams mit großen Ambitionen (lassen wir den Sonderfall Hertha BSC mal unbetrachtet) sondern zunächst fünf Jahre Bayer Uerdingen und vier Jahre den MSV Duisburg. Beide Vereine führte er in die Bundesliga (steig aber auch ab). Gleiches gelang ihm auch mit Eintracht Frankfurt. Zuvor arbeitet er im Abstiegskampf des F.C. Hansa Rostock und des 1.FC Köln. Er weiß also, was ihn in Bochum erwartet. Das hat er sicherlich dem anderen Kandidaten auf den Job, Franco Foda, voraus.

Schon als Spieler war Funkel bodenständig. 13 Jahre Uerdingen und drei Jahre Kaiserslautern sprechen für sich. Funkel ist kein Kind des Größenwahns. Ein bescheidener und disziplinierter Arbeiter. Auch das passt zu Bochum und hier ähnelt er in gewisser Weise Peter Neururer.

In Frankfurt scheiterte Funkel an den mehr oder weniger berichtigten Ansprüchen der Eintracht und des Umfeldes. Ob sich diese unter Michael Skibbe erfüllen, wird sich zeigen. Köln, Duisburg, Rostock und Uerdingen haben gegenüber ihrer Funkel-Ära zumindest keine Sprünge nach vorne machen können.

Mit der Verpflichtung des 56-jährigen, wenige Stunden nach dessen letzter Trainingseinheit bei Hertha BSC haben die Bochumer Verantwortlichen gezeigt, dass sie aus den Fehlern gelernt haben. Funkel bekommt einen Ein-Jahres-Vertrag, der sich im Aufstiegsfall um ein weiteres Jahr verlängert. Jetzt bleibt noch genügen Zeit, eine Mannschaft zusammen zu stellen, die den gemeinsamen Ansprüchen des Vereines, des Trainers und nicht zuletzt des Umfeldes gerecht wird.

Ich bin sicher, dies wird gelingen.

P.S.: Funkel hat übrigens sowohl den MSV (1998) als auch die Eintracht (2006) ins Pokalfinale geführt, dort aber jeweils gegen die Bayern verloren. Als Spieler gelang ihm 1985 mit Bayer 05 Uerdingen sogar der Pokalsieg gegen die Bayern.

Mittwoch, 19. Mai 2010

Der große Schiffbruch: Hellas Rostock

Das etwas gut oder schlecht für die Region sei, ist eine der Floskeln, die ich bezogen auf den Fußball nicht so gerne höre und normalerweise nie benutze. Aber im Falle von Hansa Rostock darf man das Geschehen tatsächlich so titulieren. Der Abstieg des F.C. Hansa aus der 2. Bundesliga ist der vorläufige Höhepunkt einer Irrfahrt und wahrscheinlich die Havarie einer Kogge, die über viele Jahre ein Leuchtturm in einer strukturell gebeutelten Region war. Hansa Rostock hatte sich nach der Wende zu einem sympathischen und erfolgreichen ostdeutschen Fußballverein gemausert. Was jetzt bleibt sind Existenz bedrohende Schulden, gefürchtete "Fans", verunsicherte Sponsoren und eine erstklassige Jugendarbeit, die in dieser Form wohl eingestellt werden muss.

Die A-Junioren des F.C. Hansa streben wieder den Meistertitel in der Bundesliga an. Immerhin duellieren sie sich regelmäßig mit Hertha BSC, dem Hamburger SV, Werder Bremen und dem VfB Wolfsburg. Vereine, die finanziell einer anderen Liga angehören und auch ein viel größeres Umfeld haben, aus dem sie Nachwuchskräfte rekrutieren, als die 200.000-Einwohner-Hansestadt. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es gerade einmal rund 30.000 Jungen im Alter von 10 bis 15 Jahren. Gleichwohl hat Hansa und die verbundenen Stützpunkte in Schwerin, Neubrandenburg und Greifswald auch nach der Wende immer wieder gute Spieler hervorgebracht: Carsten Jancker, Tim Borowski und Toni Kroos seinen beispielhaft erwähnt. Auch andere Spieler haben bei Hansa einen gehörigen Karriereschub erfahren dürfen: Oliver Neuville, Rene Schneider, Victor Agali, Sergej Barbarez, Marco Rehmer und andere.

Neun Millionen Euro Schulden sollen auf dem Club liegen. Unmöglich, diese aus dem normalen Geschäftsbetrieb in diesem Jahrzehnt zu begleichen. Der Saisonetat für Liga drei soll sich auf 7,5 Mio. Euro halbieren. Eine Überschuldung griechischer Ausmaße. Zwar hat der Innenminister des Landes, Lorenz Caffier, angekündigt, dass sich Mecklenburg-Vorpommern auch über die bereits bestehende Bürgschaft von 1,8 Mio. Euro engagieren könnte. Diese Intervention a la Kaiserslautern dürfte aber wenig Gegenliebe in den Bundesländern finden, die Mecklenburg-Vorpommern über den Länderfinanzausgleich am leben halten.

Dass die Führungsstrukturen des F.C. Hansa eine große Mitschuld an der Entwicklung haben, dem wird nicht widersprochen. Allerdings bleibt die Frage unbeantwortet, ob der Club einen anderen Weg hätte gehen können, oder ob die Erfolgsgeschichte auch gerade mit dieser ostaligischen Struktur zusammenhängt. Der schönste Präsident den jemals ein Bundesligaverein hatte, Peter-Michael Diestel, ehemaliger Innenminister der DDR, gehört zu dieser Geschichte ebenso wie Prof. Horst Klinkmann und der CDU-Landespolitiker und jetzige MdB Eckhardt Rehberg. Was danach, in einer bereits schwierigen Zeit, kam ist gescheitert. Zwar hatten die verantwortlichen eine hohe Identifikation zum Verein, jedoch konnten keine nachhaltigen wirtschaftlichen und sportlichen Erfolge mehr erzielt werden.

Die DKB wird auch in der 3. Liga weiterhin Namensgeber des Stadions bleiben. Auch Haupt- und Trikotsponsor Veolia sowie Windstärke 11 bleiben an Bord. Darüber hinaus müssen aber zahlreiche Sponsorenverträge neu verhandelt werden und dies dürfte für viele Sponsoren eine gute Gelegenheit sein, ihr Engagement zurück zu schrauben.

Ein Funken Hoffnung kommt aus Westfalen. Sollte Arminia Bielefeld keine Lizenz für die 2. Liga erhalten (und darauf deutet einiges hin, nachdem auch die Stadt eine 6 Mio. Euro Spritze abgelehnt hat), würde Hansa die Klasse halten. Ob dann die Zuschauer und die Sponsoren dem Verein, der dann zweifellos als krasser Außenseiter in die Saison starten würde, treu bleiben werden, ist eine spannende Frage.

Nicht dass ich traurig bin, dass der VfL Bochum in der kommenden Saison nicht gegen Hansa spielen muss. Die Bilanz des VfL gegen die Rostocker ist durchaus mies. Die letzten vier Bundesliga-Duelle gewann Hansa allesamt, Bochum nur eines der letzten 15 BL-Spiele. (Die Zweitligabilanz spricht mit 3 Siegen und 1 Niederlage hingegen für Bochum). Allerdings hätte ich mich auf das Auswärtsspiel in so Fern gefreut, als dass ich meine zwischenzeitliche Heimat und viele Fußballfreunde wieder hätte besuchen können. Nicht selten war ich im Ostseestadion und hatte durch meine Arbeit beim FC Eintracht Schwerin die Gelegenheit, viele der Hansa-Verantwortlichen kennen zu lernen.

Ich drücke den Verein für die Zukunft die Daumen. Es wäre wichtig für die Region!

Siehe auch: http://www.blog-8.de

Montag, 17. Mai 2010

Wohin mit Heiko Herrlich?

Es wäre eine finanzielle Befreiung für den VfL, wenn Heiko Herrlich einen neuen Verein finden würde. Denn immerhin steht er noch bis Sommer 2012 auf der Gehaltsliste. Allerdings wird es nicht einfach werden, denn seine ersten Gehversuche als Trainer im Profifußball sind unglücklich und kläglich gescheitert und haben seinen Marktwert nicht gerade gesteigert. Da werden es sich die Vereine dreimal überlegen, diesen Trainer zu holen, denn er bietet viele Angriffsflächen für Spieler, Zuschauer und Medien.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass Herrlich als Trainer einer zweiten Mannschaft wieder einsteigt. Vielleicht bei einem seiner Ex-Vereine Mönchengladbach, Dortmund oder Leverkusen. Dort könnte er weitere Erfahrungen sammeln, von einem Tarinerfuchs lernen, mit jungen Spielern arbeiten und sich somit wieder selber eine Perspektive aufbauen.
Borussia Dortmunds Zweite ist sportlich gerade aus der 3. Liga abgestiegen. Keine Ahnung, wie fest Trainer Theo Schneider dort im Sattel sitzt. In Leverkusen steht allerdings Ulf Kirsten als Trainer der II. Mannschaft schon länger zur Diskussion, weil sich angeblich andere Vereine um ihn als Cheftrainer bemühen. Hier könnte er ruhig und sachlich in einem erstklassigen Team und vertrautem Umfeld arbeiten.
Ich wünsche Heiko Herrlich auf jeden Fall alles Gute für seine sportliche Zukunft.

Freitag, 14. Mai 2010

Zeit, dass sich was dreht - Offensive beim VfL ?

Ben Redelings hat eine Mitgliederoffensive gestartet, um auf der nächsten Jahreshauptversammlung des VfL vielleicht etwas zu bewegen. Endlich ein Prominenter, der sich traut in die Offensive zu gehen. Mögen ihm noch einige folgen!

Dazu passt der letzte Absatz eine Meldung des VfL auf dessen Internetseite: "Gemäß Satzung des Vereins ist der Aufsichtsrat auch nach dem Ausscheiden von Bongert mit sieben Mitgliedern weiterhin voll arbeits- und beschlussfähig. Aktuelle Vertreter des 2007 in der Hauptversammlung des Vereins für fünf Jahre bestellten Aufsichtsrats sind einschließlich der später hinzugestoßenen Mitglieder: Werner Altegoer (75), Klaus-Peter Schütt (60), Horst Christopeit (69), Volker Goldmann (60), Heinz Hossiep (72), Gerd Kirchhoff (68) und Axel Treffner (42). Der Aufsichtsrat arbeitet ehrenamtlich ohne Vergütung. Er vertritt den Verein gegenüber dem Vorstand und entscheidet über Maßnahmen, die von wesentlicher Bedeutung für den Verein sind." (Altersangaben von mir ergänzt)

Demnach gibt es erst 2012 Neuwahlen. In diesem Jahr könnten jedoch Nachwahlen zum Aufsichtsrat stattfinden. Laut Satzung besteht der Aufsichtsrat aus mindestens fünf und maximal neun Mitgliedern. Zwei Plätze sind also derzeit frei.

Lizenzlümmelei

Die Saison neigt sich auch in den unteren Ligen dem Ende entgegen und dies vemehrt naturgemäß wieder die Meldungen über Vereine, die enorme finanzielle Schwierigkeiten haben und deren Lizenz für die kommende Saison gefährdet ist, bzw. die Insolvenz anmelden müssen, oder müssten.

In den drei oberen Ligen ist das Lizenzverfahren für einige Vereine noch nicht abgeschlossen, denn sie haben noch Auflagen zu erfüllen oder müssen ihre Unterlagen nachbessern. Deutlich geworden sind die enormen Schwierigkeiten (neben Sonderfall Schalke) besonders in Bielefeld, Aachen und Duisburg. Alle drei haben gemeinsam, dass die Kosten für die tollen neuen Stadien aus dem Ruder gelaufen sind. Gleiches galt ja auch für 1860 München und Kaiserslautern, aber über diese beiden Clubs muss bei anderer Gelegenheit gesprochen werden. Im Normalfall springt die öffentliche Hand, also die entsprechende Kommune, mit ein paar Millionen Euro ein. Die hat zwar auch kein Geld, aber die Politik darf den Fußball nicht sterben lassen. Was soll denn sonst der Wähler denken? In wie weit sich andere Vereine (z.B. Rostock) auf der sicheren Seite wähnen dürfen, bleibt erst Mal offfen.

Weiter darunter wird es zunehmend unübersichtlicher. Carl Zeiss Jena muss 1,5 Mio. Euro zur Absicherung der Saison nachweisen, sonst gibt es keine Lizent. Ob der Wuppertaler SV direkt von der dritten in die fünfte Liga springt, werden wir in Kürze hören. Einiges spricht dafür, so fällt durch das Verpassen der Qualifikation für den DFB-Pokal ein wichtiger Etat-Posten weg. Den dürfte Pokal-Halbfinal-Gegner Rot-Weiss-Essen fast sicher haben. Im Finale geht es gegen Lokalrivalen Schwarz-Weiß, da ist ein Sieg auch sportlich Pflicht. Ob damit die Gesamtsituation, die durch Äußerungen des Oberbürgermeisters deutlich beschrieben und schlecht bewertet wurden, gerettet werden kann, ist mehr als fraglich. 2 Mio. Euro sollen fehlen.

Im Süden haben der SSV Reutlingen und Eintracht Bamberg bereits Insolvenz angemeldet. Letzterem Team half auch nicht die noch bestehende Chance auf die DFB-Pokal-Qualifikation. Man hatte schlichtweg mit zu vielen Zuschauern in der Saison kalkuliert. 1.400 pro Spiel. 1.000 mehr als tatsächlich kamen. Nutznießer der Insolvenzen und der damit ausgehebelten sportlichen Abstiegsfrage ist u.a. Darmstadt 98. Müßig zu erwähnen, dass auch die Lilien Auflagen zu erfüllen haben. Vereine wie Eintracht Trier oder Wormatia Worms werden jedes Jahr immer sorgenvoll betrachtet und müssen diesmal zudem auch sportlich den Gang nach unten gehen. Waldhof Mannheim und auch Aufsteiger 1.FC Saarbrücken sind und bleiben wohl ewige potentielle Pleite-Kandidaten, wobei die Saarländer mit ihren Durchmarsch von Liga 5 in Liga 3 derzeit auf einer Euphorie-Welle daherkommen.

Im Norden hatte Kickers Emden ja einen fulminaten Rückzug hingelegt. Der VfB Lübeck lebt derzeit wieder, keiner weiss wie lange. Der Goslarer SC schließt die Regionalligasaison als Letzter ab. Immerhin wurde die Saison überstanden. Fast alle Heimspiele mussten in Braunschweig gespielt werden, das eigene Stadion wurde Ligagerecht umgebaut, um die Auflagen zu erfüllen. Auf den Nebenplatz der Braunschweiger Eintracht verirrten sich meist nur 200 Zuschauer zu den Spielen der Goslarer gegen Meuselwitz oder Oberneuland. Beim ersten richtigen Spiel in Goslar (gegen Türyiemspor) waren es dann 800. In den folgenden wollten den Absteiger dann nur noch 700, 600, 300 und 200 sehen. Wie so ein Modell wirtschaftlich funktionieren soll ist mir schleierhaft.

Im Westen gibt's auch nichts Neues. Die Lizenz für Regionalligisten Bonner SC scheint in weite Ferne gerückt zu sein. Trotz rund 1.000 Zuschauer pro Spiel und einem respektablen Mittelfeldplatz. Vor zehn Jahren trat das Team quasi mit der kompletten kubanischen Nationalmannschaft an und stieg prompt ab. Wer soll sich damit identifizieren? Den Kracher in diesem Jahr schießt aber eindeutig der KFC Uerdingen ab. Die haben sich einen Griechen (!) als Präsidenten installiert. Der rührte kräftig die Trommel, flog Ailton ein und stellte ihm ein paar höherklassige Spieler bei Seite um den Durchmarsch in den Profifußball zu schaffen. Leider standen aber bereits in der 6. Liga so namhafte Teams wie TuRu Düsseldorf, VfB Homberg und Ratingen 04/19 im Wege. Dass nebenbei noch über seltsame Imobiliendeals, unbezahlte Ailton-Flüge und Hotelrechnungen gemunkelt wird, ist fast schon normal. Das Ende überrascht keinen. Das Ailton-Trikot kann im Fan-Shop aber noch geordert werden. Nicht ganz so spektakulär der erneute Niedergang von Union Solingen, wo sich wieder mal der Vorstand davongemacht hat.
Stetiger Gefahr sehen sich auch Westfalia Herne und die SG Wattenscheid 09 ausgesetzt. Die Achterbahnfahrt von kurzfritigem Geldgeber und drohender Insolvenz wird weitergehen. Unmöglich, dabei sportliche Erfolge zu erzielen.

Fußball-Deutschland wird in Bewegung bleiben. Denn es ist nicht zu erwarten, dass Größenwahn, Unseriosität, Maßlosigkeit und fanatische Verblendung aussterben werden.

Donnerstag, 13. Mai 2010

Eigenharnbehandlung

Die Eigenharnbehandlung (synonym für Eigenurintherapie) ist eine alternativmedizinische Behandlungsmethode, bei der der eigene Urin in kleinen oder größeren Mengen getrunken, äußerlich angewendet oder per Spritze verabreicht wird. Auch ist Einträufeln in Augen, Nase oder Ohren beschrieben. Die Eigenharnbehandlung wird von ihren Anwendern zur Naturheilkunde gerechnet und soll die körpereigenen Abwehrkräfte anregen (unspezifische Immuntherapie). Des Weiteren, so die Befürworter der Eigenharnbehandlung, befänden sich im Urin Mineralien, Hormone und körpereigene keimtötende Substanzen, weshalb er – nach Meinung der Anwender mit therapeutischem Effekt – auch auf Wunden geträufelt werden könne. Der Nutzen von Urinbehandlungen ist nicht belegt, für die Harmlosigkeit gibt es keine Garantie. (wikipedia.de)

Peter Neururer ist vielleicht für den VfL Bochum eine alternative Behandlungsmethode. Peter Neururer war beim VfL einige Zeit erfolgreich, kennt den Verein, ist einer von uns (so sagt er). Peter wird eine gewisse natürliche Heilkunde zugerechnet er soll auch die körpereigenen Abwehrkräfte anregen. Der Nutzen von Peter ist allerdings nicht belegt, für die Harmlosigkeit gibt es auch keine Garantie.

Foto: Peter als VfL-Trainer und der Autor Anfang des Jahrtausends beim Hallenturnier in Schwerin.

Wir müssen leider draussen bleiben!

Ich hatte vorsorglich meine Wochenendplanung auf Eis gelegt. Augsburg am Sonntag wäre mit der Bahn gar nicht so einfach geworden. Und Vattertag um 20:30 Uhr das Heimspiel hätte unweigerlich einen arbeitsfreien Freitag mit sich bringen müssen. - Nun ist es anders gekommen und eine Wiederholung der erfolgreichen Relegationsdramatik von 1990 (1:0 Sieg in Saarbrücken; 1:1 in Bochum) bleibt mir leider erspart. Die Eliteliga muss nächste Saison ohne den VfL auskommen.

Nun stehen also die Entscheidungen an, welche Mannschaften in der kommenden Saison gegen Bochum spielen dürfen und ob ich die Chance auf zwei neue Stadien in meiner Sammlung bekomme.

FC Augsburg - 1.FC Nürnberg: Ich erwarte eine klare Angelegenheit. Das hat weniger etwas mit der Erfahrenheit der Franken in der Relegation zu tun, sondern vor allem damit, dass der Bundesligist einfach stärker als die ambitionierten Augsburger sind. Bei denen ist viel auf Thurk zugeschnitten, zudem ging dem Team zum Saisonende mehr und mehr die Luft aus. Wenn die Nürnberger saclich an die Sache ran gehen, dürfte bereits dann Hinspiel eine Vorentscheidung bringen. Meine Tipps: FCN-FCA 3:0 und 1:1

FC Ingolstadt - Hansa Rostock: In Rostock liegen die Nerven blank. Eine katastrophale Saison, katastrophale "Fans", ein schwieriges finanzielles Umfeld. Der Sturz in Liga drei und die damit verbundene Bedeutungslosigkeit ist zu geifen nah. Der ehemalige ostdeutsche Vorzeigeclub hat alles verspielt und droht nunmehr hinter Union Berlin, Energie Cottbus, und Erzgebirge Aue zurückzufallen und sieht sich dann mit Jena, Dresden, Erfurt und Babelsberg auf einer Stufe. Für Ingolstadt scheint der abstieg aus dem letzten Jahr nur ein Betriebsunfall gewesen zu sein. Die Audis stürmen zurück und sind für mich unter den gegebenen Voraussetzungen Favorit. Trotzdem drücke ich Hansa die Daumen! Meine Tipps: FCI-FCH 2:2 und 1:1.

Bundesliga.de bringt übrigens eine gute Zusammenfassung der BL-Relegation.

Dienstag, 11. Mai 2010

Wer soll bleiben, wer soll gehen ?

Die Zeit für einen Umbruch ist da. Die Gelegenheit gut, denn die zweite Liga wird in der kommenden Saison schwach wie selten sein. Außer Hertha (ich gehe davon aus, dass Nürnberg die Relegation gewinnt) ist kein Top-Team dabei. Düsseldorf ist noch zu unerfahren, Duisburg, 1860, Aachen und Bielefeld sind finanziell zu sehr beschnitten, um ein gutes Team aufzustellen. Augsburg wird seine gute Saison nicht wiederholen können. Auch für Cottbus, Fürth und Karlsruhe sollte nicht viel mehr als dieses Jahr drin sein. Keiner der Aufsteiger ist für den Durchmarsch geeignet. Wir können gespannt auf den neuen Trainer sein. Ich tendiere zu Armin Veh oder Michael Oenning. Hier meine kurze Team-Analyse:

Philipp Heerwagen (27)

Es gibt keinen Grund ihn gehen zu lassen.

Andreas Luthe (23)
Guter Torwart mit Perspektive. Unbedingt halten.

Matias Concha (30)
Oftmals überfordert. Sollte einem jungen Spieler weichen.

Marcel Maltritz (31)
Hat sich zuletzt als Kapitän in die Offensive gewagt und verloren. Seine massenhaften Interviews sind mittlerweile floskelhaft und blutleer. Hat die Chance vertan, sich als Führungsspieler zu etablieren und das Team mitzureißen. Wenn er sich zum VfL und dem Ziel Wideraufstieg bekennt, dann soll er die Chance bekommen. Er wird aber zweifellos eine schwere Saison haben und unter besonderer Beobachtung, quasi auf Bewährung, spielen.

Christian Fuchs (24)
Muss sich an seinen Ansprüchen messen lassen. Nationalspieler mit England-Ambitionen. Soll er in die Fußstapfen von Delron Buckley steigen und seine Karriere bei ManU fortsetzen. Servus!

Mergim Mavraj (24)
Spieler mit Potential. Könnte in der zweiten Liga Erfahrung sammeln und sich weiter entwickeln. Hat sich allerdings in letzter zeit nicht sehr glücklich verhalten und seine Vertragsverhandlungen (anders als Bönig) hinausgezögert. Tendenz: Tschüss!

Marc Pfertzel (29)
Hat einfach zu wenig gebracht. Hilft perspektivisch nicht weiter. Oh röwuar!

Philipp Bönig (30)
Hat unlängst unterschrieben und ist aufgrund seines Engagements Publikumsliebling. Kernspieler des neuen Teams.

Antah Yahia (28)
Algerisches Nationaldenkmal. Spielt auch manchmal so. Viel Spaß bei den acht Gegentoren Algeriens in den punktlosen Gruppenspielen bei der WM.

Patrick Fabian (22)
Nur einmal im Einsatz. Sollte in der zweiten Liga mehr Chancen bekommen zu zeigen, was er kann.

Christoph Dabrowski (32)
Schwankend in seinen Leistungen. Kann in einer jungen Mannschaft eine wichtige Stütze sein. Sollte bleiben.

Slawo Freier (31)
Für mich die traurigste Figur (und Frisur) beim VfL. Ehrlicher und selbstkritischer Spieler mit Herz für den VfL. Kann gerne bleiben. Für die zweite Liga reicht es.

Andreas Johansson (28)
Könnte in der zweiten Liga nochmals versuchen zu zeigen was er kann. Auf Bewährung.

Joel Epallè (32)
Spielt wie ein Stiernacken. Nix wie weg.

Lewis Holtby (20)
Ist seine Bundesligatauglichkeit schuldig geblieben. Darf laut Vertrag wieder zu Schalke zurück. Wird wohl zu einem anderen Bundesligaverein gehen.

Dennis Grote (24)
Ewiges Talent? Kommt nicht von der Stelle. Egal bei welchem Trainer. Seine Zeit sollte abgelaufen sein und er es wo anders versuchen.

Mimoun Azaouagh (28)
Typ von der Art die man in Bochum nie mehr sehen will.

Milos Maric (28)
Stark angefangen, dann abgebaut. Doofe rote Karte. Soll bleiben.

Kevin Vogt (18)
Seine Chance!

Oguzhan Kefkir (19)
Auch seine Chance!

Stanislav Sestak (28)
Weit davon entfernt eine Lebensversicherung zu sein. Lies sich oft zu sehr hängen. Ne schöne Ablösesumme wäre ein gute Lösung.

Zlatko Dedic (26)
Ambitioniert. Könnte in der zweiten Liga aufblühen.

Vahid Hashemian (34)
VfLer mit Herz. Konnte aber nicht wirklich helfen. Zu anfällig, zu berechenbar. Wenn er sich die zweite Liga nochmals antun will, kann er bleiben.

Roman Prokoph (25)
Herrlich setzte auf ihn. Leider
ohne Erfolg. Hat beim Publikum viel verloren. Müsste sich wie einst Bönig zurückkämpfen.

Mirkan Aydin (22)
Auch seine Chance!

Fazit: Der VfL hat einen Stamm an Spielern, mit denen er in der zweiten Liga oben mitspielen kann und die charakterlich noch nicht verdorben scheinen. Bedarf besteht auf der rechten Abwehrseite, auf der 10 und im Sturm.

Sonntag, 9. Mai 2010

Das war's

Von vielen wurde alles versucht. Leider nicht von den Sportkameraden auf dem Platz. Völlig verdient gewann Hannover 3:0 und bleibt damit ebenso verdient in der 1. Liga. Die Bochumer haben eine schwache Saison katastrophal beendet. Von den letzten 30 möglichen Punkten wurde ein einziger geholt. Unglaublich. Hannover hat in den letzten 10 Spielen 15 Punkte auf den VfL gut gemacht, der einen Neun-Punkte-Vorsprung abgab. Der Abstieg ist ein Verdienst des Charakters. Im Gegensatz zu Freiburg und Hannover haben die Bochumer Spieler zu keiner Phase gezeigt, dass sie den Klassenerhalt unbedingt wollen. Letztendlich war alles gequatsche und man muss Marcel Koller und Heiko Herrlich nachträglich um Entschuldigung bitten und in vielen Dingen Recht geben. Mit Osterhasen kann man keinen Abstiegskampf führen.

Rein van Duijnhoven, Jupp Tenhagen und sicherlich viele andere ehemalige waren Samstag dabei und werden Dariusz Wosz zugestimmt haben. "Das hätte es früher nicht gegeben", klingt zwar abgedroschen, aber ist in der Tat richtig. Früher wurde sich mehr gewehrt, man kann auch mit Anstand absteigen. Tausende VfLer sind in eine kollektive Trauer gefallen. "VfL-Fan ist, wie wenn Dich jede woche Deine Frau verläßt" heißt es so treffend. Am Samstag hat Sie sich auch noch das Auto, das Haus und den Hund unter den Nagel gerissen. Und diesmal kann man froh sein, dass sie weg ist und nie mehr wieder kommt.

Ich bin gespannt, wie sich die VfL-Verantwortlichen in der Sommerpause entscheiden. Hinsichtlich Thomas Ernst, der wegen seiner Personalentscheidungen in der Kritik steht, aber auch Werner Altegoer als der letztendlich große Entscheider beim VfL. Es wäre sicherlich sein Ziel gewesen, den VfL ein weiteres Jahr in der ersten Liga zu halten und gleichzeitig zu entschulden. Nun sind wir wieder ein paar Jahre und ein paar Euros zurückgefallen. Ich hoffe, der VfL findet zu einer Struktur, die von alle Beteiligten anerkannt ist und auf deren Basis der Neuanfang erfolgeich angegangen wird.

Ich bin immer noch in tiefer Trauer über das "wie" des Abstiegs. Gleichwohl gilt es nach vorne zu schauen. Heute ist der erste Tag der Aufstiegssaison 200/2011. Wann kommt eigentlich der Spielplan raus?

Donnerstag, 6. Mai 2010

Reine Formsache

Reine Formsache ist die Vorberichterstattung für das letzte Spiel des Bundesligasaison 2009/2010 für den VfL Bochum: Gegen Hannover 96 zählt nur ein Sieg. Ganz Bochum hat noch einmal alle Kräfte motiviert. Es geht nur miteinander und das wissen alle. - Die Fans haben schon beim letzten Heimspiel den Schulterschluss und den unbedingten Willen zum Klassenerhalt gezeigt. - Allen Enttäuschungen zum Trotz. In den Diskussionen geht es jetzt nur noch um das gemeinsame Ziel. Danach wird der Rest geklärt. Der Verein verteilt 10.000 Shirts, um im ausverkauften Stadion omnipräsent zu sein. Immerhin sollen ja auch 7.000 Rote kommen. Echte oder weniger echte VfL-Legenden beschwören das Team, die Trainer-Frau sogar die heilige Madonna.

Die Bochumer Aufstellung läßt wenig Spielraum für Überraschungen und schon gar keine für Experimente. Ob Dedic oder Hashemian anfangen ist fast egal. Auch im Mittelfeld scheint es mehrere Optionen zu geben, denn bei jeder Konstellation ist klar, dass sie nur funktioniert, wenn der Einzelne und das Kollektiv 100% geben. Bochum muss gewinnen und von Beginn an auf dem Platz Feuer machen, so werden auch die Zuschauer 92 Minuten lang Feuer machen. - Hannover dürfte sich auch nicht zu sehr in taktische Überlegungen verlieren. Der jüngste 6:1 Sieg hat Selbstvertrauen bis hin zur Überheblichkeit gebracht. Ich erwarte daher einen offenen Schlagabtausch und hoffe, dass die Bochumer Schläge ihr Ziel finden.

Die Statistik spricht für den VfL. Insgesamt führt der VfL gegen Hannover mit 15 zu 14 Siegen bei 10 Unentschieden. Zu Hause gab es 11 Siege, 3 Unentschieden und 6 Niederlagen. Am 1. Mai des letzten Jahres gewann Hannover 2:0 im Ruhrstadion. Davor lagen vier relativ knappe Bochumer Siege. Der höchste Bochumer Sieg war ein 4:2 im Jahre 2002. Zwei Tore schoß der jetzige Trainer Dariusz Wosz. Im Hinspiel drehte Bochum durch Freier, Epalle und Fuchs einen 2:0-Halbzeitrückstand in ein 3:2.

Mein Tipp: VfL Bochum - Hannover 96 1:0

Mittwoch, 5. Mai 2010

Uli! - Sach ich doch!

Samstag, 1. Mai 2010, 5 Uhr, S-Bahnhof Leverkusen-Küppersteg. Während die einen vom Tanz & Trink in den Mai zurückkommen machen wir uns auf den Weg nach München. Wohl wissend, dass wir 24 Stunden später auch nicht besser aussehen werden. Aber bis dahin ist ja noch viel Zeit, die wir genießen können. Aufgrund der Super-Sparpreise der Bahn können wir ab Köln im ICE in der 1. Klasse fahren. Die Wagenreihenfolge hat sich in Köln geändert. 1. Klasse vorne. Prima. Dann sind wir früher da.

6 Uhr, zwischen Köln und Frankfurt (genauere Ortsbezeichnung bei knapp 500km/h nicht identifizierbar). Die Flasche halbtrockener Krimsekt wird geköpft und die morgens noch frisch aufgebackenen Brötchen mit Roastbeef und Remoulade ausgepackt. Nein, wir fahren nicht zu einer DGB-oder-ähnliche-Veranstaltung, wir sind Fußballfans und keine Verbrecher.

10 Uhr, München. Der Zug änderte in Frankfurt nochmals seine Fahrtrichtung. Also doch spätere Ankunft. 4 km Sackbahnhofbahnsteig laufen bis zum Ausgang. In München entgegen aller Vorhersagen gutes Wetter. Sonne. Also ab zum zweiten Frühstück beim Paulaner an der Oper. Draußen sitzen. Weißbier und Weißwürste.

13 Uhr, Allianz-Arena. Immer noch gutes Wetter. Rudelbildung an der Feuerwehrrampe. Hier ist Treffpunkt für die Blogger, die von der Telekom / T-Home entertain eingeladen wurden. Zusammen geht's ins Stadion. Unendliche Weiten. Rolltreppen unter goldenem Himmel. Hier wo das Herz noch zählt. Gelegenheit die anderen Schnittchen-Schnorrer kennenzulernen. Ein in vielerlei Hinsicht gemischter Haufen. Man kommt schnell ins Gespräch und man hat viel Gesprächsstoff. Ganz anders als in der Ostkurve, wo alle ähnlich sind und man nur darüber spricht, wie scheiße das doch alles ist.

14 Uhr: Nach einer Stärkung in der VIP-Loge werden uns die neuen Entwicklungen bei Liga-Total vorgestellt, offene und kritische Fragen beantwortet und über die Zukunft des Fußballs im TV diskutiert. Keine Schleichwerbung, klingt aber so: Liga-Total hat sich weiterentwickelt. Allgemein anerkannt ist die Zuverlässigkeit. Der Preis wird nicht kritisiert, sofern man Internet- und Telefon-Nutzer ist. Ein großer Nachteil soll sein, dass Champions League und Europa League nicht buchbar sind. Was soll ich dazu sagen? - Gerd Müller kommt vorbei. Versuche ihm Hermann Gerland aus dem Kreuz zu leiern, der will doch nach Bochum. Angeblich ist Gerlands Frau dagegen. Muss ich mich also auch noch drum kümmern.

16 Uhr: Spiel läuft. Auf einer Seite des Stadions. Haben eine Etage unter und wenige Reihen vor uns den Uli, den Kalle, den Edmund, den Focus-Typen und noch andere Lichtgestalten erblickt. Haben ordentlich gegrüßt, sind ja in Preußen gut erzogen worden.

16:30 Uhr: In der Halbzeit nochmals Erfrischungen jedweder Art. Wichtige Liga-Total-Information: Man kann was einstellen, damit man nicht aus Versehen VfL Bochum gucken muss. Genialer Schachzug. Das Ding ist gekauft. Funktioniert auch in der zweiten Liga. Die denken mit.

17 Uhr: Dank der Übertragung im Hintergrund können wir Uli darüber informieren, dass Schalke 0:2 zurückliegt. Uli informiert mich über Müller II, dass München 3:0 führt.

17:30 Uhr: Meisterfeier. Uli wird nochmal darauf hingewiesen, dass wir ihn ja als erste über die bevorstehende Meisterfeier informiert haben ("Uli! - Sach ich doch"). Darauf ein Weißbier. Der Kellner muss schon wieder Kisten schleppen, bleibt aber nett. Dafür kriegt er auch ein Trinkgeld. Jetzt sitzen wir beisammen, im Hintergrund laufen die anderen Spiele bzw. Zusammenfassungen. Es wird viel diskutiert, gequatscht und gelacht. Wirklich eine tolle Runde.

19:30 Uhr: Die schließen das Stadion ab, wo ich doch gerade den Kellner in den Keller schicken wollte, noch ne Kiste zu holen. Na ja. Im rausgehen läuft uns Uli in die Arme. Schnell gratuliert und Fotos gemacht. Dann noch der van Bommel. Packt seinen Koffer ins Auto und fährt wohl in Urlaub. Definitiv kein Feier-Biest. Oder er hat ne Adresse von Ribery gesteckt bekommen.

20 Uhr: Totengräberstimmung in der S-Bahn. Hat der Trainer einen fünften Amateur eingewechselt? Sicherheitshalber starten wir einen Stimmungstest. Bestehen die Bazis gerade so, dürfen aber als Auflage so nicht zum Karneval fahren. Oder noch üben.

21 Uhr: Augustiner-Keller. Gemeinsames Essen, trinken und quatschen.

23 Uhr: Start in die Nacht. Noch sechs Stunden bis zum Zug. Mit vier Schotten über Fußball diskutiert. Diskussion klar gewonnen, Schotten haben uns nicht verstanden.

2 Uhr:
Disco. Kein Kommentar.

5 Uhr: Zug ist da. Fährt 20 Minuten früher los als auf dem Fahrplan steht. Die DB ist auf den Hertha-Trikots schon gut aufgehoben. Plötzlich das Schild "Augsburg". Überlege kurz, ob ich schon mal hier bleiben soll. Kann aber nicht aufstehen.

11 Uhr: Leverkusen. 100 Meter vor meiner Wohnung höre ich schon mein Bett, die Aspirin und die Hühnerbrühe schreien. Ich rufe zurück: "Uli! - sach ich doch!"

Herzlichen Dank an die Agentur Edelmann, T-Home entertain und Microsoft für den tollen Nachmittag. Habt Ihr Klasse gemacht und die richtigen Leute eingeladen!